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Zufallsstäbchen/Eisstäbchen: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Eisstäbchen.jpg|200px|thumb|left|Zufallsstäbchen/Eisstäbchen]] Wenn Schülerinnen und Schüler (SuS) nach dem Zufallsprinzip aufgerufen werden, kann verhindert werden, dass immer dieselben SuS aktiviert werden. Eine einfache Methode sind Holzstäbchen, welche mit den Namen der SuS beschriftet sind. In einem Becher gesammelt dienen sie als Zufallsgenerator, um die SuS nach dem Zufallsprinzip aufzurufen. Eisstäbchen aus Holz aus dem Bastelbedarf eignen sich gut dafür.
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[[Datei:Eisstäbchen.jpg|350px|thumb|left|Zufallsstäbchen/Eisstäbchen]] Eine einfache Methode, um zu verhindern, dass immer die gleichen Schülerinnen und Schüler (SuS) aktiviert werden, sind der Einsatz von Holzstäbchen, welche mit den Namen der SuS beschriftet sind. In einem Becher gesammelt dienen sie als Zufallsgenerator, um die SuS nach dem Zufallsprinzip aufzurufen. Eisstäbchen aus Holz eignen sich sehr gut dafür. Ein oder mehrere Namen werden aus dem Becher gezogen, sobald eine Frage gestellt wird. Die so ermittelten Lernenden werden aufgefordert, die Frage zu beantworten. Das Verfahren setzt einen fehlertoleranten Umgang voraus, um authentische Antworten der SuS zu erhalten, und - wenn sie keine Antwort kennen - niemanden blosszustellen.  
Ein oder mehrere Namen werden aus dem Becher gezogen, sobald eine Frage gestellt wird. Die so ermittelten Lernenden werden zur Beantwortung der Frage aufgefordert. Das Verfahren setzt einen fehlerbegrüssenden Umgang voraus, um authentische Antworten der SuS zu erhalten, und - wenn sie keine Antwort kennen- niemanden blosszustellen.  
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===Varianten===
 
===Varianten===
Mit Zurücklegen: Das gezogene Eisstäbchen wird unmittelbar nach der Antwort wieder zurück in den Becher gestellt. Dies fördert die andauernde Aufmerksamkeit auch bereits gezogener SuS. <br>
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Ohne Zurücklegen: Das gezogene Eisstäbchen wird unmittelbar nach der Antwort beiseitegelegt. So werden möglichst viele SuS in der verfügbaren Zeit um eine Antwort gebeten. <br>
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<li>Mit Zur&uuml;cklegen: Das gezogene Eisst&auml;bchen wird unmittelbar nach der Antwort wieder zur&uuml;ck in den Becher gestellt. Dies f&ouml;rdert die andauernde Aufmerksamkeit auch bereits gezogener SuS.</li>
Bei der Variante «Ohne Zurücklegen» kann die Lehrperson die Eisstäbchen je nach Antwort auf unterschiedliche Stapel ablegen (in der Regel zwei oder drei); z. B. «korrekte Antwort»; «teilweise korrekte Antwort»; «falsche/keine Antwort». Das Ergebnis kann sie den SuS bekannt geben und kurz nennen, welche Konsequenz sie für das weitere Unterrichten zieht. Dabei macht sie sehr klar, dass die Ergebnisse keinesfalls für das Notengeben verwendet werden.
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<li>Ohne Zur&uuml;cklegen: Das gezogene Eisst&auml;bchen wird unmittelbar nach der Antwort beiseitegelegt. So werden m&ouml;glichst viele SuS in der verf&uuml;gbaren Zeit um eine Antwort gebeten. <br /> Bei der Variante &laquo;Ohne Zur&uuml;cklegen&raquo; kann die Lehrperson die Eisst&auml;bchen je nach Antwort auf unterschiedliche Stapel ablegen (in der Regel zwei oder drei); z. B. &laquo;korrekte Antwort&raquo;, &laquo;teilweise korrekte Antwort&raquo;, &laquo;falsche/keine Antwort&raquo;. Das Ergebnis kann sie den SuS bekannt geben und kurz nennen, welche Konsequenz sie f&uuml;r das weitere Unterrichten zieht. Dabei macht sie sehr klar, dass die Ergebnisse keinesfalls f&uuml;r die Notengebung verwendet werden.</li>
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==Ziele==
 
==Ziele==
Die Lehrperson kann mit dieser Methode alle Lernenden stärker aktvieren und in den Unterricht einbeziehen, wenn die SuS jederzeit aufgefordert werden können.  
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Mit dieser Methode kann die Lehrperson nicht nur Antworten auf Aufgaben, sondern auch Bedürfnisse einzelner SuS einholen, oder nach einer Lernsequenz stichprobenartig erfahren, was im Unterricht funktioniert hat und was nicht. <br>
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<li>Die Lernenden werden st&auml;rker aktviert und in den Unterricht einbezogen.</li>
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<li>Die Lehrperson erh&auml;lt auf Aufgaben Antworten, kann Bed&uuml;rfnisse einzelner SuS einholen oder nach einer Lernsequenz stichprobenartig erfahren, was im Unterricht funktioniert hat und was nicht. </li>
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==Erfahrungen von LLSM-Lehrpersonen==
 
==Erfahrungen von LLSM-Lehrpersonen==
 
Die Lehrperson kann mit den Eisstäbchen am Ende der Lektion die Meinung, offene Fragen oder Anregungen von verschiedenen SuS durch Zufallsprinzip einholen. Die Methode kommt mehrmals pro Woche in unterschiedlichen Settings der Haupt- und Nebenfächer zum Einsatz.
 
Die Lehrperson kann mit den Eisstäbchen am Ende der Lektion die Meinung, offene Fragen oder Anregungen von verschiedenen SuS durch Zufallsprinzip einholen. Die Methode kommt mehrmals pro Woche in unterschiedlichen Settings der Haupt- und Nebenfächer zum Einsatz.
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Verschiedene SuS können innert Kürze aktiviert werden. Dank des Zufallsprinzips sind die meisten SuS aufmerksamer dabei, beteiligen sich intensiver am Unterrichtsgeschehen, um nach einer Lernsequenz im Plenum differenzierte Rückmeldungen geben zu können.
 
Verschiedene SuS können innert Kürze aktiviert werden. Dank des Zufallsprinzips sind die meisten SuS aufmerksamer dabei, beteiligen sich intensiver am Unterrichtsgeschehen, um nach einer Lernsequenz im Plenum differenzierte Rückmeldungen geben zu können.
 
===Stolpersteine===
 
===Stolpersteine===
Diese Methode setzt einen fehlertoleranten Umgang im Klassenzimmer voraus, um einzelne SuS nicht blosszustellen, wenn sie eine fehlerhafte Antwort geben oder keine Antwort kennen. Bei ersten Einsätzen der Methode können Aufwärmfragen gestellt werden, z. B.: «Was ist dein Lieblingstier?»; «Wie viele Minuten warst du heute von der Haustür zum Schulort unterwegs?»
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Diese Methode setzt einen fehlertoleranten Umgang im Klassenzimmer voraus, um einzelne SuS nicht blosszustellen, wenn sie eine fehlerhafte Antwort geben oder keine Antwort kennen. Bei ersten Einsätzen der Methode können Aufwärmfragen gestellt werden, z. B.: «Was ist dein Lieblingstier?»; «Wie viele Minuten warst du heute von der Haustür zum Schulort unterwegs?»
 
===Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern===
 
===Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern===
 
Die SuS erachten die Methode als «fair», da die Stäbchen nach dem Zufallsprinzip gezogen werden. Zudem fühlen sie sich ernst genommen, wenn sie die Möglichkeit erhalten, ihre Gedanken und Meinung zum Unterricht äussern zu dürfen.  
 
Die SuS erachten die Methode als «fair», da die Stäbchen nach dem Zufallsprinzip gezogen werden. Zudem fühlen sie sich ernst genommen, wenn sie die Möglichkeit erhalten, ihre Gedanken und Meinung zum Unterricht äussern zu dürfen.  
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==Spezifikationen und Dokumente==
 
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===Aufwand===
 
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<p>Wiliam, Dylan (2011): Embedded formative assessment. Bloomington: Solution Tree.[http://www.solution-tree.com/embedded-formative-assessment.html]</p>
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==Beispiele zum Download==
 
==Beispiele zum Download==
[https://www.lernensichtbarmachen.ch/wp-content/uploads/2019/05/Factsheet_Unterrichtsfeedback_Aesch_Grübner_Gunther.pdf fächerübergreifend, Primarstufe, von Gunther Grübner, Sprachheilschule Aesch]<br>  
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[https://www.lernensichtbarmachen.ch/wp-content/uploads/2019/05/Factsheet_Unterrichtsfeedback_Aesch_Grübner_Gunther.pdf fächerübergreifend, Primarstufe, von Gunther Grübner, Sprachheilschule Aesch]<br>
 
[https://www.lernensichtbarmachen.ch/wp-content/uploads/2019/05/Factsheet_Unterrichtsfeedback_Zehntenhof_12.pdf fächerübergreifend, Primarstufe, Primarschule Zehntenhof Wettingen]
 
[https://www.lernensichtbarmachen.ch/wp-content/uploads/2019/05/Factsheet_Unterrichtsfeedback_Zehntenhof_12.pdf fächerübergreifend, Primarstufe, Primarschule Zehntenhof Wettingen]
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====Zitiervorschlag====
 
====Zitiervorschlag====
 
Lehren und Lernen sichtbar machen (LLSM): Methode «Zufallsstäbchen/Eisstäbchen»; in: Methodenwiki LLSM, Pädagogische Hochschule FHNW. URL: https://web.fhnw.ch/plattformen/hattie-wiki/begriffe/Zufallsstäbchen/Eisstäbchen (Abrufdatum: tt.mm.jjjj).
 
Lehren und Lernen sichtbar machen (LLSM): Methode «Zufallsstäbchen/Eisstäbchen»; in: Methodenwiki LLSM, Pädagogische Hochschule FHNW. URL: https://web.fhnw.ch/plattformen/hattie-wiki/begriffe/Zufallsstäbchen/Eisstäbchen (Abrufdatum: tt.mm.jjjj).
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==Ähnliche Methoden==
 
==Ähnliche Methoden==
[[Category:Methoden]] [[Category:LLSM-Baustein: Unterrichtsfeedback]] [[Category: Fach: fächerübergreifend]] [[Category:Schule: Primarschule Zehntenhof Wettingen]] [[Category:Schule: Sprachheilschule GSR Aesch]]  [[Category:Autor/-in: Grübner, Gunther]]
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[[Category:Methoden]] [[Category:LLSM-Baustein Unterrichtsfeedback]] [[Category:LLSM-Baustein Lernfeedback]] [[Category:LLSM-Baustein Peerfeedback]] [[Category:LLSM-Baustein Luuise]] [[Category:LLSM-Baustein Formatives Assessment]] [[Category:LLSM-Baustein Fokussierte Beobachtung]] [[Category:LLSM-Baustein Schulentwicklungsintegrierte Evaluation]] [[Category:Online Concept Mapping]] [[Category: Fach: fächerübergreifend]] [[Category:Schule: Primarschule Zehntenhof Wettingen]] [[Category:Schule: Sprachheilschule GSR Aesch]]  [[Category:Autor/-in: Grübner, Gunther]]
 
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Aktuelle Version vom 22. Oktober 2019, 10:09 Uhr

Zufallsstäbchen/Eisstäbchen
Eine einfache Methode, um zu verhindern, dass immer die gleichen Schülerinnen und Schüler (SuS) aktiviert werden, sind der Einsatz von Holzstäbchen, welche mit den Namen der SuS beschriftet sind. In einem Becher gesammelt dienen sie als Zufallsgenerator, um die SuS nach dem Zufallsprinzip aufzurufen. Eisstäbchen aus Holz eignen sich sehr gut dafür. Ein oder mehrere Namen werden aus dem Becher gezogen, sobald eine Frage gestellt wird. Die so ermittelten Lernenden werden aufgefordert, die Frage zu beantworten. Das Verfahren setzt einen fehlertoleranten Umgang voraus, um authentische Antworten der SuS zu erhalten, und - wenn sie keine Antwort kennen - niemanden blosszustellen.

Varianten

  • Mit Zurücklegen: Das gezogene Eisstäbchen wird unmittelbar nach der Antwort wieder zurück in den Becher gestellt. Dies fördert die andauernde Aufmerksamkeit auch bereits gezogener SuS.
  • Ohne Zurücklegen: Das gezogene Eisstäbchen wird unmittelbar nach der Antwort beiseitegelegt. So werden möglichst viele SuS in der verfügbaren Zeit um eine Antwort gebeten.
    Bei der Variante «Ohne Zurücklegen» kann die Lehrperson die Eisstäbchen je nach Antwort auf unterschiedliche Stapel ablegen (in der Regel zwei oder drei); z. B. «korrekte Antwort», «teilweise korrekte Antwort», «falsche/keine Antwort». Das Ergebnis kann sie den SuS bekannt geben und kurz nennen, welche Konsequenz sie für das weitere Unterrichten zieht. Dabei macht sie sehr klar, dass die Ergebnisse keinesfalls für die Notengebung verwendet werden.


Ziele

  • Die Lernenden werden stärker aktviert und in den Unterricht einbezogen.
  • Die Lehrperson erhält auf Aufgaben Antworten, kann Bedürfnisse einzelner SuS einholen oder nach einer Lernsequenz stichprobenartig erfahren, was im Unterricht funktioniert hat und was nicht.


Erfahrungen von LLSM-Lehrpersonen

Die Lehrperson kann mit den Eisstäbchen am Ende der Lektion die Meinung, offene Fragen oder Anregungen von verschiedenen SuS durch Zufallsprinzip einholen. Die Methode kommt mehrmals pro Woche in unterschiedlichen Settings der Haupt- und Nebenfächer zum Einsatz.

Erfolg

Verschiedene SuS können innert Kürze aktiviert werden. Dank des Zufallsprinzips sind die meisten SuS aufmerksamer dabei, beteiligen sich intensiver am Unterrichtsgeschehen, um nach einer Lernsequenz im Plenum differenzierte Rückmeldungen geben zu können.

Stolpersteine

Diese Methode setzt einen fehlertoleranten Umgang im Klassenzimmer voraus, um einzelne SuS nicht blosszustellen, wenn sie eine fehlerhafte Antwort geben oder keine Antwort kennen. Bei ersten Einsätzen der Methode können Aufwärmfragen gestellt werden, z. B.: «Was ist dein Lieblingstier?»; «Wie viele Minuten warst du heute von der Haustür zum Schulort unterwegs?»

Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern

Die SuS erachten die Methode als «fair», da die Stäbchen nach dem Zufallsprinzip gezogen werden. Zudem fühlen sie sich ernst genommen, wenn sie die Möglichkeit erhalten, ihre Gedanken und Meinung zum Unterricht äussern zu dürfen.

Spezifikationen und Dokumente

Aufwand

geringer Aufwand, sobald die Eisstäbchen mit Namen personalisiert sind

Material

Quellen

Wiliam, Dylan (2011): Embedded formative assessment. Bloomington: Solution Tree.[1]

 

Beispiele zum Download

fächerübergreifend, Primarstufe, von Gunther Grübner, Sprachheilschule Aesch
fächerübergreifend, Primarstufe, Primarschule Zehntenhof Wettingen

Zitiervorschlag

Lehren und Lernen sichtbar machen (LLSM): Methode «Zufallsstäbchen/Eisstäbchen»; in: Methodenwiki LLSM, Pädagogische Hochschule FHNW. URL: https://web.fhnw.ch/plattformen/hattie-wiki/begriffe/Zufallsstäbchen/Eisstäbchen (Abrufdatum: tt.mm.jjjj).

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