Mehr Informationen finden Sie im Portal Lernen sichtbar machen


Gender: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Lernen Sichtbar Machen Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Die Seite wurde neu angelegt: „Bezeichung für die soziale bzw. psychische Geschlechtsrolle, die zugeschrieben und oder übernommen/gestaltet wird. Diese kann mit dem biologischen Geschlecht…“)
 
 
(39 dazwischenliegende Versionen von 7 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Bezeichung für die soziale bzw. psychische Geschlechtsrolle, die zugeschrieben und oder übernommen/gestaltet wird. Diese kann mit dem biologischen Geschlecht - engl: sex - (weitegehend) übereinstimmen oder davon abweichen.
+
==Faktorenbeschreibung==
 +
====Definition gemäss von Hattie genutzten Meta-Analysen====
  
[[Kategorie: Glossar]]
+
(Degele 2008)
[[Kategorie: Glossar in Arbeit]]
+
 
 +
Soziales Geschlecht.
 +
Hattie verwendet den Begriff im Sinne von "sex", welches das biologische Geschlecht darstellt, indem er die dichotome Unterscheidung zwischen Mann und Frau bzw. Jungen und Mädchen macht.
 +
 
 +
''engl. Originalbegriff'': Gender
 +
<br>
 +
''franz. Bezeichnung'': Sexes
 +
 
 +
====Effektstärke in Bezug auf Schülerleistungen====
 +
[[250+|Beywl/Zierer (2018)]]: ''d'' = 0,08 ([[Interpretationshilfe zur Effektstärke]])
 +
 
 +
==Materialien für die Praxis==
 +
* [https://www.baselland.ch/Bestellliste.318933.0.html Kleines Gender ABC – Handreichungen für den Schulalltag.] Abgerufen am 25.02.2014
 +
 
 +
==Weiterführende Literatur und Studien==
 +
====Weiterführende Literatur====
 +
*Blossfeld, Hans-Peter, Wilfried Bos, Bettina Hannover, Dieter Lenzen, Detlef Müller-Böling, Manfred Prenzel, und Ludger Wößmann (2009). Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
 +
*Bundesamt für Gesundheit (2004): [http://www.bag.admin.ch/themen/gesundheitspolitik/00394/00402/01422/01427/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdH5_fWym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--. Geschlecht - Sex und Gender.] Bern.
 +
*Hadjar, Andreas (Hrsg.) (2011): Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten. Wiesbaden: VS Verlag.
 +
*Bundesamt für Statistik (2012):[http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/05/blank/key/gleichstellung_und/bildungsstand.html  Gleichstellung von Frau und Mann. Bildungsstand.] Abgerufen am 25.02.2014.
 +
*Schwantner, Ursula (2007): [http://www.eduhi.at/dl/PISA_&_Gender_Kurzfassung.pdf PISA und Gender –Erste Ergebnisse. Kurzfassung zum Vortrag im Rahmen der Veranstaltung „PISA und Gender“ am 10.12.2007.] Abgerufen am 25.02.2014.
 +
*Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (2006): [http://www.skbf-csre.ch/fileadmin/files/pdf/publikationen/tb10_skbf.pdf Unterwegs zur geschlechtergerechten Schule. Massnahmen der Kantone zur Gleichstellung der Geschlechter im Bildungswesen. Aarau.] Abgerufen am 25.02.2014.
 +
*Spiegel Online (2009):[http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/geschlechter-studie-schulen-benachteiligen-jungen-massiv-a-612997.html Schulen benachteiligen Jungen massiv.] Abgerufen am 25.02.2014. Siehe zu diesem Themenbereich auch „Studien“.
 +
*Die Zeit (2013):[http://www.zeit.de/2013/18/rollenklischees-lehrer-training Von Piraten und Prinzessinnen.] Abgerufen am 25.02.2014.
 +
 
 +
====Studien====
 +
*Diefenbach, Heike und Michael Klein (2002). [http://www.pedocs.de/frontdoor.php?source_opus=3868 Bringing boys back in.] Zeitschrift für Pädagogik, 6, 938-958. Abgerufen am 25.02.2014
 +
:''Ergebnisse''<br>
 +
:Die Autoren verwenden die Daten der amtlichen Schulstatistik, welche Aggregatsdaten darstellen, und können am Beispiel der Sekundarabschlüsse zeigen, dass Jungen im deutschen Bildungssystem gegenüber Mädchen benachteiligt sind. Jungen schliessen die Sekundarschule häufiger ohne oder mit nur einem Hauptschulabschluss ab und seltener mit einem Realschulabschluss oder dem Abitur als Mädchen. Wie stark diese geschlechtsspezifischen Ungleichheiten ausgeprägt sind, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.  „Je geringer der Anteil männlicher Grundschullehrer […] in einem Bundesland ist, desto schlechter schneiden Jungen im Vergleich zu Mädchen im Hinblick auf ihre Sekundarschulabschlüsse ab“ (Diefenbach & Klein 2002, p. 938). Es ist wichtig zu bedenken, dass die Autoren Aggregatsdaten auf Ebene der Bundesländer verwenden. Die Studie wurde deswegen oft kritisiert und kann daher nicht als Bestätigung der sogenannten „Feminisierungsthese“, die besagt, dass Jungen schlechtere Schulleistungen aufweisen, weil es zu viele Frauen an den Schulen hat, gewertet werden.
 +
 
 +
*Helbig, Marcel (2010). [http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11577-010-0095-0 Sind Lehrerinnen für den geringeren Schulerfolg von Jungen verantwortlich?] Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 62, 93-111. Abgerufen am 25.02.2014
 +
:''Ergebnisse'' <br>
 +
:Weder die Lese- noch die Mathematikkompetenzen der Jungen werden vom Anteil weiblicher Lehrpersonen an einer Schule beeinflusst. Ein weiteres Ergebnis ist es, dass Jungen in Mathematik und Deutsch, unabhängig vom Geschlecht der Lehrperson, bei gleichen Kompetenzen schlechter benotet werden als die Mädchen.
 +
 
 +
*Neugebauer, Martin (2011). [http://download.springer.com/static/pdf/398/bok%253A978-3-531-92779-4.pdf?originUrl=http%3A%2F%2Flink.springer.com%2Fbook%2F10.1007%2F978-3-531-92779-4&token2=exp=1461051615~acl=%2Fstatic%2Fpdf%2F398%2Fbok%25253A978-3-531-92779-4.pdf%3ForiginUrl%3Dhttp%253A%252F%252Flink.springer.com%252Fbook%252F10.1007%252F978-3-531-92779-4*~hmac=0b00206f5b4fd5bd20e466561ff09cd8954f5a2a57920d3924c4715a388229f3 Werden Jungen von Lehrerinnen bei den Übergangsempfehlungen für das Gymnasium benachteiligt? Eine Analyse auf Basis der IGLU-Daten.] In: Hadjar, Andreas (Hrsg.), Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten, p. 235-260. Wiesbaden: VS Verlag. Abgerufen am 25.02.2014
 +
:''Ergebnisse'' <br>
 +
:Martin Neugebauer verwendet die Daten der IGLU-Studie. Er untersucht, ob weibliche bzw. männliche Klassenkonferenzen Mädchen und Jungen unterschiedlich oft Gymnasialempfehlungen aussprechen. So kann gezeigt werden, dass ausschliesslich männliche Klassenkonferenzen sowohl Schülerinnen wie auch Schülern deutlich seltener eine Gymnasialempfehlung aussprechen, wobei von einer ausschliesslich weiblichen Klassenkonferenz beide Geschlechter profitieren. Dass Jungen von weiblichen Konferenzen schlechter beurteilt würden, was die zweite Argumentationslinie der Feminisierungsthese annimmt, kann nicht nachgewiesen werden. Vielmehr hat das Geschlecht der Lehrperson dieselbe Wirkung sowohl auf Mädchen wie auf Jungen.
 +
 
 +
 
 +
==Quellen==
 +
*Degele, Nina (2008): Gender/Queer Studies. Eine Einführung. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.
 +
*Hattie, John A. C. (2015): Lernen sichtbar machen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible learning", besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren (3. erweiterte Auflage).
 +
*Hattie, John A. C. (2014, Anhang C): Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible learning for Teachers", besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
 +
*Beywl, Wolfgang/Zierer, Klaus (2018): "10 Jahre »Visible Learning« – 10 Jahre »Lernen sichtbar machen«". In: Pädagogik, Jg. 70, Nr. 9, S. 36-41
 +
<br>
 +
 
 +
<br>
 +
 
 +
'''Bitte bewerten Sie: Wie verständlich ist die Beschreibung dieses Faktors?''' <vote type=1 />
 +
 
 +
'''In der Registerkarte "Diskussion" können Sie auch einen Kommentar zum Inhalt dieser Seite hinterlassen (keine Anmeldung erforderlich).'''
 +
 
 +
<br>
 +
 
 +
[[Kategorie: Faktoren]]
 +
[[Kategorie: Domäne - Lernende]]
 +
[[Kategorie: kausal_keine Intervention‏‎]]
 +
__NOTOC__

Aktuelle Version vom 28. November 2018, 16:46 Uhr

Faktorenbeschreibung

Definition gemäss von Hattie genutzten Meta-Analysen

(Degele 2008)

Soziales Geschlecht. Hattie verwendet den Begriff im Sinne von "sex", welches das biologische Geschlecht darstellt, indem er die dichotome Unterscheidung zwischen Mann und Frau bzw. Jungen und Mädchen macht.

engl. Originalbegriff: Gender
franz. Bezeichnung: Sexes

Effektstärke in Bezug auf Schülerleistungen

Beywl/Zierer (2018): d = 0,08 (Interpretationshilfe zur Effektstärke)

Materialien für die Praxis

Weiterführende Literatur und Studien

Weiterführende Literatur

Studien

  • Diefenbach, Heike und Michael Klein (2002). Bringing boys back in. Zeitschrift für Pädagogik, 6, 938-958. Abgerufen am 25.02.2014
Ergebnisse
Die Autoren verwenden die Daten der amtlichen Schulstatistik, welche Aggregatsdaten darstellen, und können am Beispiel der Sekundarabschlüsse zeigen, dass Jungen im deutschen Bildungssystem gegenüber Mädchen benachteiligt sind. Jungen schliessen die Sekundarschule häufiger ohne oder mit nur einem Hauptschulabschluss ab und seltener mit einem Realschulabschluss oder dem Abitur als Mädchen. Wie stark diese geschlechtsspezifischen Ungleichheiten ausgeprägt sind, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. „Je geringer der Anteil männlicher Grundschullehrer […] in einem Bundesland ist, desto schlechter schneiden Jungen im Vergleich zu Mädchen im Hinblick auf ihre Sekundarschulabschlüsse ab“ (Diefenbach & Klein 2002, p. 938). Es ist wichtig zu bedenken, dass die Autoren Aggregatsdaten auf Ebene der Bundesländer verwenden. Die Studie wurde deswegen oft kritisiert und kann daher nicht als Bestätigung der sogenannten „Feminisierungsthese“, die besagt, dass Jungen schlechtere Schulleistungen aufweisen, weil es zu viele Frauen an den Schulen hat, gewertet werden.
Ergebnisse
Weder die Lese- noch die Mathematikkompetenzen der Jungen werden vom Anteil weiblicher Lehrpersonen an einer Schule beeinflusst. Ein weiteres Ergebnis ist es, dass Jungen in Mathematik und Deutsch, unabhängig vom Geschlecht der Lehrperson, bei gleichen Kompetenzen schlechter benotet werden als die Mädchen.
Ergebnisse
Martin Neugebauer verwendet die Daten der IGLU-Studie. Er untersucht, ob weibliche bzw. männliche Klassenkonferenzen Mädchen und Jungen unterschiedlich oft Gymnasialempfehlungen aussprechen. So kann gezeigt werden, dass ausschliesslich männliche Klassenkonferenzen sowohl Schülerinnen wie auch Schülern deutlich seltener eine Gymnasialempfehlung aussprechen, wobei von einer ausschliesslich weiblichen Klassenkonferenz beide Geschlechter profitieren. Dass Jungen von weiblichen Konferenzen schlechter beurteilt würden, was die zweite Argumentationslinie der Feminisierungsthese annimmt, kann nicht nachgewiesen werden. Vielmehr hat das Geschlecht der Lehrperson dieselbe Wirkung sowohl auf Mädchen wie auf Jungen.


Quellen

  • Degele, Nina (2008): Gender/Queer Studies. Eine Einführung. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.
  • Hattie, John A. C. (2015): Lernen sichtbar machen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible learning", besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren (3. erweiterte Auflage).
  • Hattie, John A. C. (2014, Anhang C): Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible learning for Teachers", besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
  • Beywl, Wolfgang/Zierer, Klaus (2018): "10 Jahre »Visible Learning« – 10 Jahre »Lernen sichtbar machen«". In: Pädagogik, Jg. 70, Nr. 9, S. 36-41



Bitte bewerten Sie: Wie verständlich ist die Beschreibung dieses Faktors?
0.00
(0 Stimmen)

In der Registerkarte "Diskussion" können Sie auch einen Kommentar zum Inhalt dieser Seite hinterlassen (keine Anmeldung erforderlich).