In öffentlichen Verwaltungen den digitalen Wandel aktiv gestalten

Bürgerinnen und Bürger erwarten vom Staat, Angelegenheiten vermehrt online erledigen zu können. Doch wirklicher digitaler Wandel in der öffentlichen Verwaltung umfasst wesentlich mehr.

Zur Bewältigung dieser Herausforderung wurden unterschiedliche Ansätze entwickelt: E-Government, Smart Cities und Smart Government. Doch welcher dieser Ansätze wird der technologischen Entwicklung und den Möglichkeiten öffentlicher Verwaltungen am ehesten gerecht? Oder braucht es gar einen weiteren digitalen Ansatz? Um diese Frage zu klären, wurden im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW die verschiedenen Ansätze analysiert und miteinander verglichen.

Der Staat wird «smart»

In der Forschung ist von der «smarten» Verwaltung die Rede. Diese nutzt die neuen Technologien nicht nur, um effizienter zu werden, sondern vor allem um die Erbringung von Staatsaufgaben grundsätzlich zu hinterfragen. «Staatliche Aufgaben werden wegfallen, andere neu dazukommen», sagt Matthias Meyer, Dozent an der Hochschule für Wirtschaft FHNW.

E-Government verfolgt den klassischen Ansatz: bestehende Prozesse werden digitalisiert. Der Bund und diejenigen Kantone, welche eine digitale Strategie haben, verfolgen diesen Ansatz. Allerdings haben gemäss der letzten E-Government Studie (2017) viele Kantone wie auch eine breite Mehrheit der Gemeinden hinsichtlich Umsetzung der E-Government-Strategie des Bundes grosse Probleme.

Der Begriff «Smart Government» wird unterschiedlich verwendet und es ist noch unklar, was der Ansatz genau umfasst. Im Vergleich zu E-Government basiert Smart Government auf neuen Umsetzungsmodellen. Bisherige Prozesse und Zuständigkeiten werden hinterfragt.

Die Konzepte rund um den Begriff Smart Cities basieren auf der Überzeugung, dass leistungsfähige Städte nicht nur physische Infrastruktur benötigen, sondern auch eine hohe Qualität von Kommunikationskanälen und sozialem Miteinander. Das Modell dient in der Schweiz unter anderem dem Förderprogramm Smart City Schweiz oder Smart City Basel als Vorlage.

Bei Reflexionen zum digitalen Wandel müssen erst die Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Staat berücksichtigt werden – und erst dann die Verwaltung. Die Bachelorarbeit zeigt, dass Verantwortliche bewusst einen passenden Ansatz wählen müssen, damit klar ist, welche Grenzen die zukünftige Lösung haben wird.

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Artikel im Kommunalmagazin

Kontakt

Matthias Meyer, matthias.meyer1@fhnw.ch

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