Swiss-Chinese Life Sciences Forum: Die chinesische Pharmaindustrie auf dem Vormarsch

Chinesische Pharmafirmen produzieren heute längst nicht mehr nur für das eigene Land. Doch haben die chinesischen Produkte auch das Potential, in der absoluten Spitzengruppe mitzumischen? Und welche Herausforderungen stellen sich den chinesischen Pharmafirmen, welche international erfolgreich zu sein wollen? Um diese und weitere Fragen zu diskutieren, trafen sich am 13. September 2018 rund 130 Vertreterinnen und Vertreter aus der Pharmaindustrie und Wissenschaft auf dem Novartis Campus in Basel zum zweiten Swiss-Chinese Life Sciences Forum.

Die Hochschule für Wirtschaft FHNW organisierte das Forum zum zweiten Mal in Folge mit der BaselArea und der Schweizerisch Chinesischen Handelskammer. Die ausverkaufte Veranstaltung fand in diesem Jahr auf dem Novartis Campus in Basel statt. Aus der ganzen Schweiz und dem umliegenden Ausland sind die Experten angereist, um sich über Chancen und Risiken der Globalisierung der chinesischen Pharmaindustrie zu unterhalten.

Vom Novartis Campus in Basel wurde dann zu erst in den Campus nach Shanghai geschaltet. Mit einer Live-Schaltung zur ersten Rednerin Dr. Amber Cai, die betonte, wie strategisch günstig Novartis diesen Standpunkt gewählt hat. Wo vor einigen Jahren noch Farmland war, befindet sich jetzt Chinas pulsierendes Life Science Zentrum.


Das hochkarätig besetzte Panel (von links nach rechts): Martin Rohrbach (KPMG), Nigel Sheail (Novartis), Guillaume Vignon (BeiGene), Bruno Delie (Luye Pharma), He Ruyi (CFDA) and Patrik Frei (Venture Valuation) (Foto: Mathias Mangold).

Natürlich hat die Schweizer Pharmaindustrie bereits viel von der weiteren Öffnung im chinesischen Pharmasektor profitiert. Gefördert wurde die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und China auch vom Freihandelsabkommen, welches seit 2014 in Kraft ist. Dabei geht es schon länger nicht mehr darum, nur Produkte zu exportieren – es wird auch immer mehr Knowhow exportiert. Selbst R&D wird zunehmend in China gemacht.

Zweitgrösster Pharmamarkt der Welt

China hat sich mittlerweile zum zweitgrössten Pharmamarkt der Welt entwickelt und arbeitet hart an seiner Integration in den internationalen Markt. Doch es gibt noch viele Herausforderungen, die chinesische Pharmafirmen überwinden müssen. Was sind die Herausforderungen? Sie müssen sich Zugang verschaffen und Globale Partner von der Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner überzeugen. Um dies umsetzen zu können, sind vor allem Vertrauen und Transparenz unabkömmlich. Denn stimmt das Vertrauen zwischen den internationalen Partnern, wird es mit dem Vormarsch chinesischer Pharmafirmen sicher noch weitergehen.

Zum Abschluss eines spannenden Forums wurde dann aus dem Publikum eine Frage gestellt, die schon länger durch die Schweizer Medien geistert: Wie sieht es mit den rechtlichen Barrieren für Schweizer Firmen aus, welche in China investieren möchten? Eine chinesische Firma könne eine Schweizer Firma zu 100% aufkaufen. Umgekehrt sei dies ja noch nicht möglich. Ob dies immer noch der Fall sei? Trotz mehreren Antwortansätzen blieb die Frage zuletzt vom Panel doch unbeantwortet.

Weitere Informationen

Website Swiss-Chinese Life Sciences Forum

Kontakt

Prof. Michael Jeive

michael.jeive@fhnw.ch

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