Vom Estrich-Programmierer zum Tech-Startup-Gründer

Der FHNW-Absolvent Dominik Trost ist mit holo|one auf dem Höhenflug. Nachdem sich das Startup beim Accelerator-Programm von Airbus durchgesetzt hat, wollen die motivierten Jungunternehmer ihre Geschäftsidee so schnell wie möglich zur Marktreife bringen.

Die Geschäftsräume von holo|one sehen aus, wie man es sich von einem Tech-Startup vorstellt: Zwischen Star Wars-Figuren und Fussball-Devotionalien steht ein kleiner Bartresen. Der Kaffee aus Kapseln wird in Designer-Tassen serviert. Nerd-Chic könnte man das nennen.

Wenn Dominik Trost, einer der Gründer von holo¦one, über das Geschäft spricht, ist von einer vermeintlich naiven Startup-Romantik aber nichts mehr zu spüren. Dominik ist Geschäftsmann mit dem Blick aufs Wesentliche. Businessplan, Finanzierung und Marketing sind nur ein paar der Aufgabenfelder des Absolventen in Business Administration (International Management) an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Für die Technologie ist Sven Brunner zuständig, seines Zeichens Informatiker mit Abschluss von der Uni Zürich.

Das junge Unternehmen holo¦one widmet sich einer ebenso jungen Technologie. Augmented Reality (AR) ist quasi eine Schwester-Technologie der Virtual Reality (VR). Während VR sich mit dem kompletten Eintauchen der Menschen in eine künstliche Realität befasst, wird bei AR die echte Welt mit digital erzeugten Informationen und Grafiken angereichert. Das bekannteste Beispiel dieser Technologie ist die HoloLens von Microsoft, eine Brille, über die User zusätzliche Informationen zu ihrer Umgebung abrufen können.


Dominik Trost (links) und Sven Brunner profitierten von ihrer Erfahrung im BizLab von Airbus (Foto: holo¦one).

Die Präsentation der HoloLens im Jahr 2015 war denn auch die Initialzündung für Dominik und Sven. “Die HoloLens hat uns sofort imponiert” erinnert sich Dominik. “Wir haben dann unser Geld zusammengekratzt um uns eine solche Brille zu kaufen. Als wir uns näher mit der Technologie beschäftigten, wurde uns schnell klar, dass es gerade im Unternehmensbereich spannende Anwendungsmöglichkeiten gibt.” Das war quasi der Startschuss für holo|one. Statt als Entertainment wollten die Jungunternehmer die neue Technologie im Business-Umfeld einsetzen.

Erfahrung aus dem Studium zahlt sich aus

Zuvor hatten Dominik und Sven, die sich seit dem Kindergarten kennen, im Estrich von Dominiks Elternhaus einfache Mobile-Apps entwickelt. Noch während dem Studium beschlossen die beiden, sich im Tech-Bereich selbständig zu machen. Zum Höhenflug setzte holo|one an, als das Startup sich im Accelerator-Programm BizLab von Airbus durchsetzen konnte – nicht zuletzt dank Dominiks Erfahrung aus dem Studium: “Ich hatte durch die Vertiefungsrichtung Entrepreneurship Erfahrung mit solchen Pitches. Als wir bei Airbus in Hamburg ankamen, hiess es dann gleich, in fünf Minuten fangt ihr an, hier steckt ihr den Laptop ein, los geht’s. Wenn man da nicht vorbereitet ist, kann man schon mal auflaufen.”

Dominik und Sven setzten sich aber gegen über 2’000 andere Bewerber aus der ganzen Welt durch und durften zusammen mit Airbus ihr Projekt entwickeln, wie AR im Bereich der Flugzeugwartung eingesetzt werden könnte. Aus dieser Erfahrung entstand dann die aktuelle Businessidee von holo|one: “Wir wollen ein standardisiertes, Branchen-unabhängiges Paket anbieten, das Kommunikation, Visualisierung und Prozessmanagement via AR ermöglicht.” Damit könnte holo|one den Nerv der Zeit treffen. Nach anfänglichen Spielereien, wird die AR-Technologie auch von Schweizer Unternehmen vermehrt als ernstzunehmende und gewinnbringende Geschäftsanwendung verstanden. Deshalb mischen jetzt auch etablierte Technologieanbieter in diesem Bereich mit.

In der Schnelllebigkeit des Tech-Markts kann die Struktur eines Startups ein Gewinn sein. Dominik hat aber genug realistischen Geschäftssinn, um die Herausforderungen für holo|one zu sehen: “Als Startup haben wir die Vorteile der Agilität, der Geschwindigkeit in der Entwicklung und der Plattformunabhängigkeit. Aber bis zum fertigen Produkt braucht es jetzt noch einen Endspurt.”

Wir wünschen den Jungunternehmern alles Gute und sind gespannt auf die kommenden Erfolgsgeschichten von holo|one.

Weitere Informationen

Website holo|one

Kontakt

contact@holo-one.com

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