Studium und Spitzensport: Ein unmögliches Paar?

Tobias Fankhauser hat 2017 sein Studium an der Hochschule für Wirtschaft FHNW abgeschlossen. Er trieb während des Studiums Sport auf höchstem Niveau. Wir wollten wissen, wie er diesen Balanceakt geschafft hat.

Im September 2017 hat Tobias Fankhauser erfolgreich sein Bachelor-Studium in Betriebsökonomie Teilzeit in Brugg-Windisch an der Hochschule für Wirtschaft FHNW abgeschlossen.

Während seines Studiums war er auf höchstem Niveau sportlich aktiv. Tobias Fankhauser ist Handbikesportler, das ist der Radsport paralympischer Athleten. Da das Niveau beständig steigt, muss die Trainingsintensität ständig erhöht werden. Paralympische Handbiker tranieren heutzutage ähnlich zeitaufwendig wie olympische Athleten.


Tobias Fankhauser in seinem Element (Foto: Peter Fankhauser).

Wir durften ihm einige Fragen über sein Studium, den Sport und seine Zukunftsplanung stellen.

“Ich möchte mein Wissen aus dem Studium mit dem aus dem Sport verknüpfen”

Herr Fankhauser, Sie waren sportlich sehr aktiv während des Studiums, wie konnten Sie Zeit für den Sport finden?

Fankhauser: Während des Studiums musste ich mein Training vor allem vor und während der Prüfungen reduzieren. Dafür konnte ich die Sommerferien perfekt für die Vorbereitung auf grosse Wettkämpfe nutzen. Vor den Paralympics in Rio de Janeiro habe ich zudem einige Kurse und die Bachelorarbeit verschoben und nach den Wettkämpfen noch ein Jahr Studium angehängt.

Verfolgen Sie weiterhin Ihren Sport auf höchstem Niveau?

Ja, nach dem Studium habe ich mich erst mal wieder meiner sportlichen Zukunft gewidmet und Trainings nachgeholt, welche während des Abschlusses und der Bachelorarbeit etwas zu kurz gekommen waren.

Wie verlief Ihre Stellensuche nach dem Studium?

Die Stellensuche gestaltet sich als Herausforderung, da mein Trainings- und Wettkampfpensum bereits sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb suche ich bevorzugt lediglich eine Anstellung mit kleinem Pensum, welche auch flexibel genug ist, um mir für Trainings und Wettkämpfe genug Freiräume zu lassen. Momentan widme ich mich 100% meiner sportlichen Karriere mit dem Ziel Paralympics in Tokio 2020. Wenn aber einer der Leser dieses Blogs eine passende Stelle für mich hätte, wäre ich sehr interessiert.

Hat Sie dieses Studium weiter gebracht in die richtige Richtung? Sind Sie zufrieden?

Ja, ich bin zufrieden. Wie es ganz genau aussieht, wird sich aber noch weisen müssen. Als Sportler in der Schweiz kann ich nur schwer vom Sport leben, da Sponsoren Mangelware sind. Zudem muss man auch stets etwas an die Zeit nach der Karriere denken. Deshalb war es mir sehr wichtig, diesen Abschluss zu machen.

Was planen Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Grundsätzlich würde ich sehr gerne mein Wissen aus dem Studium mit jenem aus dem Sport verknüpfen. Ich hatte auch bereits Rollen als Athletenvertreter inne und habe da einen Eindruck und Einblick ins Verbandswesen erhalten. Etwas in dieser Richtung würde mir sicherlich entsprechen.

So wie Tobias Fankhauser zeigt, ist ein Teilzeit-Studium auch als aktiver Sportler möglich. Es bringt einem Sportler sicherlich die Gewissheit, für sein Leben nach der Sportlerkarriere vorgesorgt zu haben. Mit einem praxisorientierten Hochschulabschluss auf dem Gebiet Wirtschaft ist Herr Fankhauser bestens gerüstet, beruflich durchzustarten, wenn er sein Bike eines Tages an den Nagel hängt.


Tobias Fankhauser mit der Baselbieter Regierungsrätin Monica Gschwind (Foto: team Schwarz).

Weitere Informationen:

Studium an der Hochschule für Wirtschaft FHNW

Tobias Fankhauser

Kontakt:

tobi.fankhauser@bluewin.ch

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