Betriebsökonomie-Studentin ausgezeichnet

Sandra Aebli erhält für ihre Arbeit zum Thema Gender Diversity den HR-Award der Basler Gesellschaft für Personal-Management. Im Doppelinterview erläutern unsere Studentin und Stephan Suter, der Präsident der Förderstiftung, was diese Auszeichnung bedeutet.

Sandra Aebli studiert Betriebsökonomie im Teilzeit-Modell an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Neben ihrem Studium arbeitet sie für die Aargauische Kantonalbank.

Stephan Suter ist Präsident des Stiftungsrates der Förderstiftung der Basler Gesellschaft für Personal-Management. Hauptberuflich arbeitet er für die Bell Food Group AG.

Sandra, der Titel deiner Arbeit lautet „Gender Diversity als strategischer Erfolgsfaktor“. Kannst du ausführen, was genau du untersucht hast?

Sandra Aebli: Gender Diversity ist die am besten erforschte Teildisziplin von Diversity Management und legt den Fokus auf die Gleichstellung von Frau und Mann. Unter anderem ausschlaggebend für die hohe Relevanz sind gesellschaftliche Entwicklungen wie die zunehmende Zahl gut qualifizierter Arbeitnehmerinnen, die wachsende Erwerbstätigkeit sowie der demographische Wandel.

Ich habe diesen Titel für die Arbeit gewählt, da ich überzeugt bin, dass durch eine vielfältig zusammengesetzte Belegschaft, insbesondere auch in den Kader- und Führungsgremien, erhebliche Produktivitätspotenziale erschlossen werden können. Diversity stellt eine Chance dar, mit unterschiedlichen Standpunkten und Blickwickeln bedürfnisgerechte Lösungen erarbeiten zu können.

Gegenstand meiner Untersuchungen, die ich im Auftrag der Aargauischen Kantonalbank (AKB) durchgeführt habe, war einerseits, weshalb Frauen in Kader- und Direktionspositionen untervertreten sind. Andererseits habe ich nach konkreten Massnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils im mittleren und höheren Kader bei der AKB gesucht.


Sonnige Preisverleihung. Von links nach rechts: S. Suter, E. Gerten, Prof. Dr. M. Beckmann, Prof. V. Bellone (auch in Vertretung von S. Aebli) (Foto: Basler Gesellschaft für Personal-Management).

Wie bist du zu diesem Thema gekommen? Hast du persönliche Erfahrungen mit dem Thema Diversity?

SA: Im Rahmen meines Studiums an der Hochschule für Wirtschaft FHNW erhielt ich einen Einblick in das Fachgebiet Diversity Management. Das Thema faszinierte mich seit der ersten Stunde.

Als mir unser Leiter HRM dieses Thema vorschlug, war ich begeistert. Ich hätte mich wohl nicht getraut, dieses Thema selber einzubringen, da ich dachte, es sei ein „zu heisses Eisen“.

Herr Suter, welchen Mehrwert verfolgt die Förderstiftung BGP mit der Auszeichnung solcher Arbeiten?

Stephan Suter: Die Förderstiftung der Basler Gesellschaft für Personal-Management verleiht alljährlich den BGP HR-Award für Untersuchungen, Projekt- oder Diplomarbeiten im Bereich von Human Resources. Prämiert werden Arbeiten, die innovative und neue Aspekte oder Ideen theoretischer oder praktischer Natur im Bereich Human Resources behandeln.

Mit der Vergabe des BGP HR-Award soll ein Anreiz zur Erforschung und Entwicklung von Themen auf dem Gebiet von Human Resources geleistet werden und mit der gleichzeitig verliehenen Jahresmitgliedschaft bei der Basler Gesellschaft für Personalmanagement BGP können u.a. alle Veranstaltungen besucht werden. Die hier stattfindenden Austauschmöglichkeiten zwischen den engagierten Preisträgerinnen und Preisträgern und den oft schon länger und in verschiedenen Aufgaben erfahrenen Human Resources Spezialistinnen und Spezialisten ist für beide Seiten bereichernd. Es eröffnet Möglichkeiten für den persönlichen Austausch über Vorgehensweisen, Alternativen, Zukunftstrends und den Ausbau der beruflichen Netzwerke.

Was zeichnet Frau Aeblis Thesis im Vergleich zu anderen Bachelor-Arbeiten aus?

SS: Es ist keine einfache Aufgabe, aus verschiedenen spannenden Arbeiten eine auszuwählen. Dieses Jahr haben wir sogar eine Bachelor- sowie eine Master-Arbeit mit dem BGP HR-Award 2018 ausgezeichnet.

Die Bachelor Thesis von Frau Aebli behandelt mit dem Konzept zur Förderung von Frauen in Kader- und Direktionspositionen ein nach wie vor sehr aktuelles Thema. Sie enthält hilfreiche Ansätze für die Realisierung aus vernetzten Betrachtungen und entsprechenden Analysen. Die Basis für die Auszeichnung bilden unsere Stiftungsreglemente.

Zurück zu dir, Sandra. Wie bist du konkret bei deinen Untersuchungen vorgegangen?

SA: Bevor ich mit Schreiben begonnen habe, las ich viele Bücher, Berichte und Studien. Beim Kick-Off-Meeting mit meiner Dozentin und meiner internen Auftraggeberin steckten wir dann die methodische Vorgehensweise ab und entschieden uns nebst der Literaturanalyse und dem Aktenstudium für eine qualitative sowie quantitative Erhebung. Meine interne Auftraggeberin fungierte als „Türöffnerin“ bei den Interviewpartnerinnen.

Unterstützung erhielt ich seitens meiner Dozentin sowie meiner Auftraggeberin immer, wenn ich sie anforderte. Ich durfte mich stets schriftlich oder telefonisch an die beiden wenden, was mir sehr viel Sicherheit vermittelte. In unseren gemeinsamen Meetings pflegten wir zudem einen offenen Austausch.

Was bedeutet dir die Auszeichnung? Aus deiner persönlichen Sicht oder vielleicht auch für deine Karriere?

SA: Die Auszeichnung bedeutet Anerkennung für meine Arbeit. Ich habe viel Zeit und Herzblut in diese Bachelor Thesis gesteckt – mit der prioritären Absicht, meinem Auftraggeber damit einen möglichst grossen Mehrwert zu beschaffen. Dass ich nebst der internen Wertschätzung nun auch extern geehrt werde, freut mich ungemein und gibt mir das Gefühl, das zurzeit sehr aktuelle Thema gut abgefasst zu haben.

In einem Kapitel meiner Arbeit befasse ich mich mit der „Sichtbarkeit“ von Frauen. Gemäss HR Today glauben viele Frauen, es reiche gut im Job zu sein. Doch die guten Leistungen müssen eben auch wahrgenommen werden.

Meiner Schlusspräsentation wohnte unser CEO, Dr. Pascal Koradi, bei. Kurz darauf durfte ich auf Wunsch von ihm eine Ergebnispräsentation vor unserer Geschäftsleitung halten. Ich denke, dass ich mich damit sichtbar gemacht habe und unter anderem vielleicht auch deswegen ab Juni bei der AKB als Projektleiterin wirken darf.

Wir gratulieren Sandra herzlich zu ihrer Auszeichnung und wünschen ihr für ihre weitere Karriere alles Gute!

Weitere Informationen

Webseite Basler Gesellschaft für Personal-Management

Kontakt

Prof. Dr. Martina Zölch

martina.zoelch@fhnw.ch

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