Mathias Binswanger erklärt Japan das bedingungslose Grundeinkommen

Die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen wurde in der Schweiz im Juni 2016 zwar abgelehnt, aber die Idee wurde weltweit und ganz besonders in Japan registriert und diskutiert.

Das Thema ist zur Zeit in Japan wieder aktuell und der Grund dafür, dass Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, vom japanischen Fernsehen zu dieser Thematik in Olten interviewt wurde. Dabei erklärte er unter anderem das Prinzip des bedingungslosen Grundeinkommens und nannte auch die Gründe, weshalb die Initiative damals in der Schweiz gescheitert ist.

Prof. Mathias Binswanger während des Interviews

Mathias Binswanger beim Interview (Foto: R. Pöllinger)

Laut Binswanger haben wir  in der Schweiz eigentlich schon ein garantiertes Grundeinkommen. Es wird nur nicht so bezeichnet, Fakt ist aber, dass alle finanziellen Leistungen beim Staat beantragt und begründet werden müssen. Niemand fällt hierzulande so leicht durch die Maschen des Sozialsystems. Die Idee des Grundeinkommens ist somit in Wirklichkeit weniger revolutionär, als es zunächst erscheint.

Mathias Binswanger hob hervor, dass der Vorschlag an der Urne vor allem aus zwei Gründen gescheitert sei: Die Finanzierung blieb unklar und es wurde nicht deutlich, welche Personen aus der ausländischen Bevölkerung in der Schweiz dieses Grundeinkommen schliesslich erhalten sollen. “Wenn dermassen zentrale Punkte nicht geklärt sind, sagen die Schweizer Bürgerinnen und Bürger nicht Ja zu einem Experiment», so der Wirtschaftsprofessor weiter.


Screenshot NHK.

Der Beitrag wurde am 26. Oktober 2017 durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen NHK zur besten Sendezeit abends um 22:00h in ganz Japan ausgestrahlt.

Mathias Binswanger ist laut aktuellem NZZ-Ranking der dritteinflussreichste Ökonom der Schweiz und Autor zahlreicher Bücher. Dazu gehören auch die Bestseller “Geld aus dem Nichts” oder “Die Tretmühlen des Glücks”. Letzterer ist auch auf japanisch erschienen.

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Prof. Dr. Mathias Binswanger

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