Chinesische Bildungsmanager kochen in Olten Bratwurst mit Rösti

Während sich Staatsgast Xi Jinping in Bern mit Schweizer Wirtschaftsvertretern traf, standen 20 chinesische Berufsschuldirektoren in der Küche des Ausbildungszentrums von Gastro Solothurn und kochten Bratwurst mit Rösti. Der Anlass dazu ist ein zweiwöchiges Trainingsprogramm der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten.

Seit dem 8. Januar weilen rund 20 Frauen und Männer aus der chinesischen Provinz Guizhou in Olten. Im Rahmen eines Trainingsprogramms mit Referaten, Workshops und Feldstudien lernen sie das Schweizer Berufsbildungssystem kennen. Das duale System der Schweiz ist ein Kernthema des Programms und dient als Vorbild für China. Eine Pilotschule in Guizhou ist das Light Industry College. Dort wird ein neues Ausbildungssystem erprobt, dass sich am Schweizer Modell orientiert. Der Direktor des College stellt fest: “Bei uns wird bislang hauptsächlich theoretisch gelernt. In der Schweiz sind der theoretische und der praktische Teil, den die Lernenden in den Unternehmen verbringen, viel besser kombiniert.”


Daniel Brändli vom Gerolag Center (rechts) erklärt den chinesischen Gästen die Bildungsstruktur im Gastrogewerbe, Yufan Jiang übersetzt die Informationen.

Unternehmensbesuche und kulinarische Erlebnisse

Während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes kamen und kommen die Kaderleute aus dem Bildungsbereich an mehreren Orten in der Schweiz mit verschiedensten Sparten der Berufsbildung in Kontakt. Unter anderem besuchen sie die Victorinox in Brunnen und Login, den Ausbildungsverbund der Verkehrsbranche in Olten.

Auch im Oltner Gerolag Center, wo die überbetrieblichen Kurse und die Prüfungen der Koch- und Restaurationsberufe des Solothurner Gastrogewerbes stattfinden, konnten die chinesischen Gäste die Struktur der Berufsbildung kennenlernen – und gleich praktische Erfahrung am Herd sammeln. Unter Mithilfe von Yufan Jiang, dem Leiter des China-Offices an der FHNW, wurden Gschwellti geraffelt, Zwiebelsauce zubereitet und Bratwürste gebraten. Am Ende fanden auch Chinakohl und anderes Gemüse den Weg in die Pfanne. Auch in der Kulinarik ist der Wissensaustausch eben keine Einbahnstrasse.


Kein Röstigraben in Sicht: die chinesischen Kaderleute bewiesen ihre Kochtalente.


Unter Anleitung von Daniel Brändli (rechts) werden die Bratwürste zubereitet.

Seit 25 Jahren pflegt die Hochschule für Wirtschaft FHNW sehr gute Beziehungen zu China. Allein in den letzten zehn Jahren haben über 1’000 Unternehmensleiter und hohe Kaderleute an der FHNW in Olten zwei- bis dreiwöchige Trainingsprogramme absolviert und dabei je nach Bedarf verschiedene Bereiche der Wirtschaft und der Bildung kennengelernt.

Kontakt:

Yufan Jiang

yufan.jiang@fhnw.ch

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