Makroökonomie muss sich wieder mit realer Geldwirtschaft beschäftigen

Gemäss Volkswirtschaftsprofessor Mathias Binswanger ist es absurd, dass die Modelle der Ökonomen nur funktionieren, wenn sie so tun, als würde Geld keine Rolle spielen.

Das sogenannt Walrasianische Tauschmodell bildet bis heute die Grundlage der ökonomischen Theorie und damit auch der makroökonomischen Modelle. Es geht davon aus, dass jedes Angebot eines Gutes gleichzeitig eine Nachfrage nach einem anderen Gut zur Folge hat. Solche Modelle funktionieren jedoch nur, wenn man unterstellt, dass die Wirtschaft nicht durch Geld beeinflusst wird.

Ein Angebot enspricht nicht immer einer Nachfrage

In einer Geldwirtschaft wie wir sie heute haben, werden Güter aber zunächst gegen Geld verkauft. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird dieses Geld dann vielleicht für den Kauf von Gütern ausgegeben. Einnahmen und Ausgaben finden folglich nicht mehr gleichzeitig statt. Modelle, welche dies nicht berücksichtigen, tragen demnach auch nur begrenzt zur Klärung bzw. Lösung wirtschaftlicher Probleme bei. Höchste Zeit also, dass sich die Makroökonomie wieder mit der real existierenden Geldwirtschaft beschäftigt.

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Kümmert euch wieder um die Wirklichkeit (Die Zeit, 10.11.2016, PDF)

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Prof. Dr. Mathias Binswanger

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