Zeitgenössische Begegnung mit dem Yi Jing

Am Freitag 22. Januar 2016 konnte Professor Gabriel Felley die Zuhörer seines gut besuchten Vortrags „Zeitgenössische Begegnung mit dem Yi Jing” im Konfuzius-Institut an der Friederich Alexander Universität in Erlangen beeindrucken.

Er verknüpfte Aufbau und die Logik des Yi Jings, des „Buchs der Wandlungen“, mit naturwissenschaftlichen und mathematischen Grundsätzen. Der Vortrag zeigte erstaunliche Zusammenhänge zwischen dem Yi Jing Model und der Struktur des genetischen Kodes. Alles was lebt, die kleinsten Bakterien, die Menschen, alles Leben ist genetisch aus 64 Grundelementen, welche aus vier organischen Basen aufgebaut werden, zusammengesetzt. Könnten die 64 Hexagramme des Yi Jings und die 64 „Grundmoleküle“ der DNA zwei Instanzen eines allgemeineren Grundmodells sein, welches unserer Realität zugrunde liegt?

Altes Yin, Junges Yang, Altes Yang, Junges Yin (v.l.n.r.)

Die vier Grundprinzipien verwandeln sich unaufhörlich ineinander und erzeugen die universelle Dynamik der ständigen Wandlungen. Sie bilden die vier Grundsteine der 64 (= 26) Hexagramme des Yi Jing Models.

dna-yin

Beziehung zwischen dem Yi Jing und der DNA

Die vier Nukleinbasen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin bilden die 64 Grundmoleküle, die für den Aufbau aller DNA-Sequenzen der Lebewesen zuständig sind. Jedem der vier Grundprinzipien entspricht eine Nukleinbase. So entsteht eine enge Beziehung zwischen den 64 Hexagrammen des Yi Jing und den 64 Grundmolekülen der DNA, die sich aus Kombinationen (drei aus vier = 43 = 26 ) der Nukleinbasen bilden lassen.

Die spekulative Dimension dieser Aussage ist nicht zu unterschätzen, aber ihre inhärente Schönheit ist sehr attraktiv. Wolfgang Pauli äußerte die Meinung, dass die „richtige Physik, diejenige sein wird, welche die Materie und die Psyche zu vereinen vermag“. Diese Physik wäre imstande die „psychisch-physische“ Realität ganzheitlicher zu erfassen als es heute der Fall ist.

Im Sommer 2016 wird Prof. Dr. Gabriel Felley im Rahmen eines Yi Jing-Seminars am Internationalen Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung in Erlangen zu Gast sein.

Kontakt
Prof. Dr. Gabriel Felley, gabriel.felley@fhnw.ch

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