Made in China 2025 – Chancen für Schweizer KMU

Am zweiten KMU Forum China am 11. März an der FHNW in Olten wurden unter der Frage: «Wie halte ich es mit China?» Vielfalt, Widersprüchlichkeiten, Chancen und Risiken des Geschäftens mit China beleuchtet.

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v.l: Daniel Probst, Direktor Solothurner Handelskammer; Prof. Dr. Ruedi Nützi, Direktor Hochschule für Wirtschaft FHNW, Heiko Barth, Regional Director Asia/Pacific Weleda; Kurt Loosli, CEO EAO AG; Michael Brüderli, CEO Suteria Chocolata AG; Ru Xi, Botschafterin Bildungsabteilung der Chinesischen Botschaft Bern; Mauro Moruzzi, Botschafter SBFI; Prof. Dr. Xinhua Wittmann, Hochschule für Wirtschaft FHNW; Foto: Michele Canonico

Xinhua Wittmann, Dozentin für  Interkulturelles Management an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, beleuchtete die Chinesische Wirtschaft und gab einen Ausblick bis 2025: Steigender Anteil der chinesischen Wirtschaft an der globalen Wirtschaft, steigende Lebensqualität, aber auch wachsende Umweltprobleme und steigende Löhne in China und der Wandel von billiger, minderwertiger Massenware zu innovativen und qualitativ hochstehenden Produkten – in grossen Mengen. Die Entwicklungen in China bieten laut Wittmann grosse Chancen für Schweizer Unternehmen: Schweizer Produkte rangieren in China auf Platz 8 (Acht ist die chinesische Glückszahl) und das Land sucht vor allem in jenen Bereichen nach Kooperationen, in denen die Schweiz gut positioniert ist: Bildung, Gesundheitswesen, Lebensmittel, Umwelttechnik, Green-Technology oder IT und Software.

Überraschende Hindernisse

In den Workshops teilten Schweizer Unternehmen, die unterschiedlich lange in China geschäften, ihre Erfahrungen mit KMU Vertretern und Studierenden. So zeigte sich zB, dass eine Expansion in den weltweit zweitgrössten Kosmetikmarkt China durch regulatorische Hürden erschwert wird. Während in der westlichen Welt Tierversuche für Kosmetikprodukte verboten sind, sind diese für eine Zulassung in China für die meisten Produkte zwingend. Für Heiko Barth von Weleda eine klare Schranke. Die Affinität einer wachsenden Mittelschicht zur Natur und das wachsende Bewusstsein für Naturprodukte wird eine Änderung der Zulassungsbedingungen in Zukunft bewirken, hofft Barth, der seit 2003 mit Mund- und Zahnpflegeprodukten, deren Import ohne Tierversuche möglich ist, in China präsent ist.

Süsse Versuchung

Michael Brüderli, CEO der Suteria Chocolata AG, zog nach 6 Monaten Präsenz in Harbin, Heilongjiang Bilanz. Unterstützt durch das Swiss SME Research Center China SSRCC der FHNW wagte er den Schritt in die 10 Mio Metropole. Er betonte besonders wie wichtig die richtigen Kontakte vor Ort sind. Bis zur Geschäftsbewilligung helfen diese Kontakte die Hürden zu meistern. Obwohl ursprünglich Verpackungen und Verpackungsbeilagen alle in die chinesische Sprache übersetzt wurden, werden die in der Schweiz hergestellten Produkte nun wieder in englischen oder gar deutschen Verpackungen verkauft: Das Vertrauen in nicht-chinesische Produkte ist grösser.

Im technologischen Bereich sind hingegen minutiöse Übersetzungen in die Landessprache essentiell, hob Kurt Loosli, CEO EAO nach 32 Jahren Erfahrung in China hervor. Auch lassen sich in China problemlos zwei Produktelinien unterschiedlicher Qualitätsanforderungen unter derselben Marke vertreiben.

Frau Ru Xi, Botschaftsrätin der Bildungsabteilung der Chinesischen Botschaft in Bern erklärte nicht nur Unterschiede sondern vor allem auch Gemeinsamkeiten der zwei Bildungssysteme und Mauro Moruzzi, Botschafter, Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation hob die Spitzenposition der Schweizer Bildung und Forschung und die Chancen der internationalen Zusammenarbeit hervor.

Das KMU Forum China wurde organisiert von der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Zusammenarbeit mit der Solothurner Handelskammer und dem Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverband.

Kontakt
Prof. Dr. Ruedi Nützi, ruedi.nuetzi@fhnw.ch

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