WTO Public Forum 2013

Wie kann E-Commerce zur Entwicklung des Handels in den AKP-Staaten beitragen? Mit dieser Frage setzte sich im Rahmen des WTO Public Forums in Genf ein hochkarätig besetztes Panel auseinander, an dem auch Martina Dalla Vecchia, Dozentin für E-Business und Online-Marketing, teilnahm.Wo der E-Commerce floriert, unterstützt die Verwendung von neuen Technologien die Wirtschaft und macht sie effizienter. Jedoch bleibt das Potenzial von E-Commerce in Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und Innovationsförderung in den Ländern Afrikas, des Pazifiks und der Karibik oft ungenutzt. E-Commerce könnte hier einen entscheidenden Beitrag zum ökonomischen Wachstum leisten, zumal der Markteintritt und die Kosten vergleichsweise niedrig sind. Dies bietet auch KMU eine Chance.

Zur Diskussion standen die folgenden drei Themenblöcke:

  • Aktuelle Trends, Erfolgsgeschichten und Hemmnisse für E-Commerce in den AKP-Staaten
  • Wie kann die Entwicklung des elektronischen Handels in den AKP-Staaten gefördert werden?
  • Wie können die Regierungen von AKP-Staaten ihre Einwohner/innen und Unternehmen beim Einsatz von E-Commerce unterstützen?

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Bild: WTO

Martina Dalla Vecchia, Sie haben über Trends, Erfolgsstorys und Stolpersteine im Schweizer E-Commerce referiert und ihre Ideen zur Förderung des E-Commerce in den AKP-Staaten in die Diskussion eingebracht. Was haben Sie an der Veranstaltung erfahren? Was hat Sie besonders beeindruckt?

Martina Dalla Vecchia: Mich hat zum Beispiel beeindruckt, wie weit fortgeschritten die Entwicklung von E-Government auf den Kapverdischen Inseln ist. Wer dort ein Unternehmen gründen will, kann alle dazu nötigen Schritte online veranlassen und erhält innerhalb von einer Stunde Feedback. Auch gibt es ein klares Konzept für den Zugriff der Einwohnerinnen und -einwohner der sechs Inseln auf die Online-Dienstleistungen des Staates. Es gibt sowohl Terminals in den Rathäusern als auch mobile Einheiten, die in die abgelegenen Dörfer fahren. Eine Heiratsurkunde kann also direkt online angezeigt und ausgedruckt werden, auch wenn man fernab von den Zentren wohnt.

Was für Lösungsansätze wurden am Forum diskutiert?

MDV: Besonders interessant ist z.B. die Einrichtung von speziellen E-Marktplätzen. Hier könnten Zahlungsmöglichkeiten vereinheitlicht werden. Für die Regierung eine grosse Herausforderung ist die Schaffung einer vertrauenswürdigen Infrastruktur für den E-Commerce, die eine zuverlässige Lieferung und Zahlung zwischen den Marktpartnern garantiert. Darüber hinaus gilt es, einfache Regelungen für Zölle und Steuern zu erarbeiten.

Wie geht es nun weiter?

MDV: Es gilt, die Erfolgsgeschichten in die Länder zu tragen, den Menschen zu vermitteln und damit Impulse zu setzen. Solche Geschichten motivieren zur Nachahmung. Aus diesem Grund sind auch Ideen im Umlauf, die es vorsehen, E-Commerce-Konzepte via multimediale Darstellungen zu vermitteln, um sie den Menschen besser kommunizieren zu können.

Das Public Forum der WTO findet jährlich statt. Es setzt sich mit Fragen zu den jüngsten Entwicklungen des globalen Handels auseinander und sucht Wege, das multilaterale Handlungssystem zu verbessern. Am Forum nehmen jeweils ca. 1500 Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, aus NGOs und den Medien teil.

Weitere Informationen und Audio-Mitschnitt

Kontakt
Prof. Martina Dalla Vecchia, T +41 61 279 17 62, martina.dallavecchia@fhnw.ch

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