Blockchain – Spekulationsobjekt oder mehr?

Blockchain Spekulationsobjekte oder Medienhype? Alle sprechen darüber, doch wie funktioniert die Technologie konkret? Ist sie disruptiv? Was bedeutet
denn «Initial Coin Offering» und bietet die Technologie wirklich so bahnbrechende Möglichkeiten, wie viele behaupten? Wir klären auf.

Eine Blockchain ist im Grunde nichts anders als ein Transaktionsregister, das mittels kryptographischer Techniken quasi fälschungssicher realisiert wird. Sie ist die Basis eines verteilten Systems, das ohne eine zentrale Instanz zuverlässig Transaktionen zwischen allen Teilnehmenden ermöglicht. Die Teilnehmenden können mittels einer Software ein sogenanntes «Wallet» (Portemonnaie) erstellen. Dieses Wallet beinhaltet – statt Dollars oder Euro – Einheiten einer digitalen Währung und dient dazu, Überweisungen zu initiieren oder zu empfangen. Zwischenzeitlich gibt es hunderte verschiedener solcher Währungen, unter den bekanntesten sind Bitcoin, Ethereum und Monero. Der Wert einer digitalen Währung wird durch ihren Tauschwert bestimmt: Wie viel kann man für eine Währungseinheit erhalten? Dies ist bei digitalen Assets und traditionellen Währungen ähnlich: Momentan sind Schweizer Franken begehrt, venezolanische Bolívar weniger. Die meisten analogen Währungen werden von Nationalbanken verschiedener Länder verwaltet, während digitale Währungen verteilt im Internet existieren und (in den meisten Fällen) nicht zentral betrieben werden. Nicht wenige Regierungen misstrauen dieser Situation und fühlen sich bedroht – dies insbesondere in Ländern, die eine sehr restriktive Geldpolitik verfolgen oder deren Währungen wenig Vertrauen geniessen. Transaktionen werden jeweils von einem Sender initiiert. Dieser wählt einen Betrag für eine bestimmte Empfängerin und sendet diese Informationen an das Netzwerk. Bestimmte Netzwerkknoten, sogenannte «Miner», prüfen die Transaktion und fügen sie der Blockchain hinzu. Da die Blockchain von jedem Netzwerkteilnehmenden gelesen werden kann, sind die Transaktionen öffentlich und können, mit einigem Aufwand zwar, auf die einzelnen Akteure zurückverfolgt werden. Weiterlesen