Private Drohnen aus ethischer Sicht

“Private Drohnen aus ethischer Sicht” ist der Titel eines Beitrags von Oliver Bendel, der am 14. Februar 2015 in der Zeitschrift Informatik-Spektrum veröffentlicht wurde. “Chancen und Risiken für Benutzer und Betroffene” lautet der Untertitel, und eben diese werden untersucht. Im Abstract heißt es: “Es werden immer mehr private Flugdrohnen verkauft und genutzt. Sie fotografieren und filmen uns von oben, selbst wenn wir in unserem Garten liegen oder in unserem Haus sind, am Fenster vorbeigehend oder stehend. Aus der Sicht der Informationsethik, die im vorliegenden Beitrag eingenommen wird, gibt es viele Risiken beim Einsatz, aber auch einige Chancen, und zwar sowohl für die Besitzer als auch für die Betroffenen. Zu den herausgearbeiteten Risiken zählt die Gefährdung der informationellen und persönlichen Autonomie, zu den Chancen die Erweiterung menschlicher Möglichkeiten mit Hilfe der Informationstechnologie.” Am Rande wird die Perspektive der Maschinenethik eingenommen. Der Artikel kann über den Springer-Verlag bezogen werden.

Quelle: informationsethik.net

Nette Drohnen

Die Website trendexplorer.com hat im Oktober 2013 über eine kommerziell genutzte Drohne mit interessanten Fähigkeiten berichtet. “Der australische Buchverleih Zookal hat in Sydney damit begonnen, Fachbücher mittels selbst navigierender Drohnen an die Kunden auszuliefern.” (Website trendexplorer.com) Die Unmanned Air Vehicles (UAV) seien von der University of Sydney entwickelt worden. Sie “verfügen über eine GPS-Navigation und ein Antikollisionssystem” (Website trendexplorer.com). Damit können sie beliebigen Hindernissen ausweichen, etwa – so die Verfasser – “Vögeln, Bäumen und Hauswänden”. Es wird also keine eigentliche moralische Entscheidung getroffen, aber die Entscheidung hat moralische Konsequenzen: Die Drohnen verschonen tierisches Leben (und verlängern damit ihre eigene Existenz), und auch menschliches Leben profitiert davon, wenn keine Drohnen vom Himmel fallen. Die Zustellung der Bücher erfolgt nach Angaben von trendexplorer.com binnen weniger Stunden und “ist um ein Drittel günstiger als andere Arten von Same-Day-Lieferservices” (Website trendexplorer.com). Im deutschsprachigen Raum werden einige tausend private und kommerzielle Drohnen betrieben. Sollten sich diese weiterhin stark vermehren, müssten sie teilweise als einfache moralische Maschinen umgesetzt (oder einfach verboten) werden.

Nano_Hummingbird

Abb.: Diese Drohne der DARPA ist selbst ein Vogel (Quelle: http://commons.wikimedia.org)