Die IT-Organisation der Zukunft


Im Zuge der Digitalen Transformation führt kein Weg daran vorbei, die Unternehmens-IT zu transformieren. Entscheidend dabei: Die Dienstleistungskultur der IT-Organisation muss sich zu einer Innovationskultur wandeln.

Die Digitale Transformation verlangt Innovationen bei den Geschäfts- und Wertschöpfungsmodellen, die von der IT und dem Business gemeinsam konzipiert und umgesetzt werden. Das resultiert in einem Rollen- und Kulturwandel der IT-Organisation, wobei Kreativität, Flexibilität, Designkompetenz sowie Partner-Management an Bedeutung gewinnen. Viele IT-Organisationen haben lange Jahre daran gearbeitet Implementierungskompetenzen zu entwickeln und eine Dienstleistungskultur zu etablieren. In der IT-Organisation der Zukunft geht es jedoch darum, eine Innovationskultur zu leben, die auch unternehmerisches und risikoorientiertes Handeln und Entscheiden einschliesst.

Aktuell im Gespräch bei mittleren und grösseren Unternehmen ist die Entwicklung einer IT-Organisation, welche die Innovationsfähigkeit des Unternehmens unterstützt und es ermöglicht, den Kunden proaktiv zu begegnen. Die IT kann jedoch nur dann ihre Existenzberechtigung behalten und ihre zentrale Rolle weiter ausbauen, wenn sie sich aktiv in die Entwicklung des Business einbringt. Sie muss sich eng ans Business binden und den digitalen Wandel gemeinsam mit dem Business gestalten – im Rahmen einer unternehmensweiten Transformationsstrategie. Die IT als Business Partner stellt völlig andere Ansprüche an die Fähigkeiten der IT-Mitarbeitenden. Es muss ein Verständnis der Geschäftsanforderungen vorhanden sein und ein Gespür für deren Umsetzung in Form von technischen Lösungen und deren Management. Das sind die Schlüsselkompetenzen der IT-Mitarbeitenden der Zukunft, die sowohl die IT- als auch die Businesssprache beherrschen müssen.
Die aktuelle HSW-Studie zeigt aber, dass nur 30 Prozent der Digitalisierungsprojekte als erfolgreich bezeichnet werden. Woran liegt das? Oft wird der Fokus auf einzelne Projekte gesetzt und nicht auf die Definition einer unternehmensweiten Transformationsstrategie. Der IT kommt dabei eine zentrale Rolle zu, denn die Realisierung der Transformationsstrategie resultiert in einer Reihe von IT-Projekten, die zum Teil anders als im herkömmlichen Sinn abgewickelt werden müssen. Das Gelingen der Digitalisierungsprojekte hängt oft davon ab, wie stark die Unternehmens-IT diese unterstützt hat.

Innovate – Design – Transform
Wie transformiert man folglich die Dienstleistungskultur einer IT-Organisation zu einer Innovationskultur? Eine mögliche Grundlage für die Transformation bildet das Paradigma «Innovate-Design-Transform» (Koch & Ahlemann, 2016). Es demonstriert, wie die IT als Business-Partner mit dem Business in idealer Weise zusammenarbeitet, damit nachhaltige IT-getriebene Innovationen möglich werden.

Innovate: Gemeinsam mit den Fachbereichen und externen Partnern werden Ideen für neue und innovative Geschäfts- und Wertschöpfungsmodelle entwickelt. In der Phase «Innovate» kann die Unternehmens-IT unterschiedliche Rollen einnehmen. Eine unterstützende Rolle wird teilweise weiterhin sinnvoll sein. In anderen Fällen wird die IT zum Treiber, Katalysator oder Enabler der Innovation, indem sie Veränderungsprozesse und Entwicklungen aktiv anstösst, leitet, begleitet und ermöglicht.Diese Entwicklungen gehen mit Veränderungen in der Zusammenarbeit einher: Die beteiligten internen und externen Stakeholder können unterschiedliche Rollen einnehmen und somit Innovationen co-kreieren. Erfahrungsgemäss treten gerade zu Beginn von Veränderungsprozessen Konflikte auf. Tatsächlich schlummert in diesen grosses Innovationspotenzial.

Design: Die zuvor entwickelten Innovationsideen werden hier in Detailkonzepte für
innovative und kundenorientierte Lösungen und IT/IS-Services überführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf funktionalen Designs und Ergonomie, aber auch auf Effizienz und Effektivität der Lösungen. In der Designphase stehen gerade der Unternehmens-IT Werkzeuge wie die Programmierung zur Verfügung, die sich für die Erschaffung von Design-Prototypen anbieten. Gleichzeitig haben viele neue Arbeitsformen wie beispielsweise Scrum ihren Ursprung in der Software-Entwicklung, sodass die IT ihr Know-how auch in der Gestaltung der Prozesse einbringen kann. Die Motivation für agile Methoden ist oftmals in der stärkeren Kundenorientierung mit häufigen Feedbackschleifen sowie einer höheren Flexibilität und Geschwindigkeit begründet.

Transform: Nachdem die Innovation in Designs überführt und implementiert wurde, geht es nun darum, das Unternehmen so zu verändern, dass das neue Geschäfts- oder Wertschöpfungsmodell zur Ausführung gelangt. Vor allem Struktur-, Prozess- und Kulturwandel benötigen ein intensives Veränderungsmanagement. In der Transformationsphase können nebst der Implementierung der Innovationen auch neue Rollen und Fähigkeiten als Outputs entstehen. Dabei sind organisationsbezogene  Richtlinien und Strukturen (Release Management, IT-Projektmanagement und IT-Projektportfoliomanagement, IT-Governance, IT-Architekturmanagement) die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung der Innovationen. Gleichzeitig müssen Unternehmen die Herausforderung bewältigen, innovative Lösungen sowie die damit einhergehenden Veränderungen im Unternehmen zu kommunizieren und umzusetzen. Ein durchgängiges Change Management in enger Abstimmung zwischen Business und IT ist daher unerlässlich.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Transformation der Dienstleistungskultur zu einer Innovationskultur der Unternehmens-IT manifestiert sich in neuen Organisations- und Governancestrukturen. So werden Innovationen nachhaltig im Unternehmen etabliert.

Hier geht es zum kompletten Artikel der Unternehmerzeitung Nr. 3_2018.

Die Autorinnen:

Prof. Dr. Stella Gatziu Grivas ist Leiterin des Kompetenzschwerpunktes Cloud
Computing, Digitalisation & Transformation und Dozentin

Dr. des. Kathrin Hubli ist in den Bereichen Events, Kommunikation und Forschung
am Kompetenzschwerpunkt Cloud Computing, Digitalisation & Transformation tätig.

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