CAS E-Commerce & Online-Marketing 2017: Usability für Website und Webshop

Back-to-School: Aus dem Klassenzimmer vom CAS E-Commerce & Online-Marketing. So haben unsere #Digitaltalents den Kurstag mit Luzia Hafen (Stimmt AG) erlebt:

Website Marketing: Usability für Website und Webshop

Unter Usability versteht man die Nutzung- oder Gebrauchstauglichkeit (digitaler) Produkte. Wichtig hier bei sind so genannte Personas, Archetypen von Benutzergruppen. Was für die eine Gruppe einfach und intuitiv ist, kann für eine andere Gruppe kompliziert und unverständlich sein.

Usability wird nach ISO 9241-11 wie folgt definiert:

«Usability ist das Ausmaß, in dem ein System durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.»

Vielen ist der Begriff User Experience (UX) geläufiger, was aber nicht mit Usability gleichgesetzt werden kann. Usability ist ein Bestandteil der UX. User Experience lässt sich am besten als Nutzungserlebnis oder Nutzungserfahrung übersetzen. Der Nutzer soll sich für das Produkt begeistern oder das Nutzungserlebnis begeisternd empfinden. User Experience wird gemäss ISO 9241-210 wie folgt definiert:
«Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren. […] Dies umfasst alle Emotionen, Vorstellungen, Vorlieben, Wahrnehmungen, physiologischen und psychologischen Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen, die sich vor, während und nach der Nutzung ergeben.»

 
Bildquelle: Geis, Johner, Beuth Verlag

Usability: Grundsätze der Dialoggestaltung

Die Grundsätze der Dialoggestaltung richten sich nach ISO 9241 und sind folgende:

  • Aufgabenangemessenheit
  • Selbstbeschreibungsfähigkeit
  • Erwartungskonformität
  • Lernförderlichkeit
  • Steuerbarkeit
  • Fehlertoleranz
  • Individualisierbarkeit

Details und Beispiele zu den Grundsätzen der Dialoggestaltung

Die Usability einer Webseite oder eines Webshops sollte aus der Sicht von zuvor entwickelten Personas betrachtet und darauf ausgelegt werden. Bei der Usability ist das Ziel, dass der Benutzer ein bestimmtes Ziel effektiv, effizient und zufriedenstellend erreicht. Sei es beim Heranholen eines Lifts, beim Bedienen der Kaffeemaschine, bei der Anwendung des ERP-Systems um hier ein paar Beispiele zu nennen.

 

Ein wichtiger Teil die Usability zu evaluieren können Webanalysen sein. Anhand der Suchbegriffe und Absprungraten versucht man zu erfahren, wie man Benutzer auf das richtige Produkt oder zum aussagekräftigeren «call to Action» lenken kann. Grundsätzlich gilt: Der Benutzer muss sich auf der ganzen Webseite zurechtfinden. Das gilt auch für Broken Links, die mittels anstatt einer 404-Fehlerseite mittels Weiterleitung an eine logische Stelle redirected werden können.

Anhand von Personas sollte man auch den Ansatz «Mobile first» in Betracht ziehen. Wird eine Webseite mehrheitlich auf mobilen Geräten aufgerufen, sollte man beim Design vom mobilen Gerät ausgehen und die Desktop-Version daraus ableiten. Diese Regel sollte man grundsätzlich anwenden – ob mit oder ohne mobile Website.

Neben der Benutzerführung gehört auch das Design zu einer gut nutzbaren Website dazu. Hier kommen die üblichen Ansätze der Gestaltung zum Zug. Was für Farben verwende ich, welche Schriftart setze ich ein, arbeite ich stark mit Bildern etc.?

Steht das Ganze dann einmal fest, gibt es zum Testen der Usability verschiedene Möglichkeiten. Im Labortest beobachtet man Testpersonen, die sich durch einen Prozess klicken, während beim Eyetracking analysiert wird, wohin unsere Augen als Erstes gehen und wo sie am längsten verweilen. Alternativ steht auch die Methode des «Expert Reviews» zur Verfügung. Bei dieser Methode schaut sich ein Experte das Projekt an und gibt entsprechende Verbesserungsvorschläge.

Barrierefreiheit ist ein nicht zu Bestandteil der Usability. Damit wird erreicht, dass auch seh- und hörbehinderte Menschen oder auch Menschen mit einem anderen Handicap der Zugang zu einer Webseite ohne grosse Hürde ermöglicht wird. Ist eine Webseite «usable» bietet sie in der Regel eine gute Voraussetzung um «accessible», also barrierefrei zu sein. Barrierefreiheit bezieht sich nicht nur auf das Internet, sondern auch auf die allgemeine einfachere Zugänglichkeit zu Dingen für handicapierte Menschen im Alltag.

Webseiten lassen sich für die Barrierefreiheit zertifizieren. Dazu gibt es die weltweiten W3C-Standards, die selbstverpflichtend sind und somit amerikanisches Recht gilt. Alternativ kann man den kostenpflichtigen Schweizer-Standard der Stiftung «Zugang für alle» (http://www.access-for-all.ch) wählen. Es müssen gewisse Kriterien erfüllt werden, damit man diese Zertifikate verwenden bzw. erlangen kann. Für diese Zertifizierung gibt es drei Stufen: Muss-Kriterien (Prio 1 bzw. Bronze A), Soll-Kriterien (Prio 2 bzw. Silber AA) und Kann-Kriterien (Prio 3 bzw. Gold AAA). In der Schweiz gilt es die Priorität 2 anzustreben. Es ist nicht möglich die Priorität 3 vollumfänglich zu erreichen .

Bildquelle: http://fokus-ux.de/ux-design

Eine gute Usability fördert eine gute User Experience und ist damit ein wichtiger Teil eines Webprojektes. Hat man diese gut konzipiert, steht einer guten Webseite, die für die Kunden relevant und attraktiv ist, nichts mehr viel im Wege.


Zusammenfassung vom Tag 3 Usability, Webkonzept und Accessibility im CAS E-Commerce & Online-Marketing von Adrian Hess, Woche-Pass AG  | Facebook | Xing | LinkedIn | Instagram | Twitter

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