Fliegen – Schweben – Fallen

Gestern Abend war bei Flying Science im Peter Merian Haus die Literaturprofessorin Hania Siebenpfeiffer zu Gast. Sie referierte über die Visionen, die die Menschen von Maschinen hatten und haben.

ulfbqAsXZDa der Mensch von Natur aus nicht fliegen kann, stellte die Konstruktion einer Flugmaschine eine besondere Herausforderung dar und war ein grosses Machtversprechen. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Flugexperimente veranstaltet und in den gelehrten Kreisen rege diskutiert, obwohl die überwiegende Mehrheit hoffnungslos scheiterte. Unverbesserliche Himmelsstürmer riskierten dennoch Kopf und Kragen.

Wie kommt Bewegung zustande? Können leblose Dinge zum Leben erweckt werden? Was ist der Unterschied zwischen Mensch und Maschine? Mit diesen Fragen beschäftigten sich im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Wissenschaftler, und die Thematik schlug sich auch in der zeitgenössischen Literatur nieder. Man denke zum Beispiel an E.T.A. Hoffmanns berühmte Automatenfrau Olimpia, die er in seiner Erzählung “Der Sandmann” (1816) schuf respektive vom durchtriebenen Wissenschaftler Spalanzani erschaffen liess. So echt scheint sie, dass sich der schwärmerische Protagonist Nathanael Hals über Kopf in sie verliebt. Es ist gewissermassen eine narzisstische Liebe, da Olimpia, leblos wie sie ist, nichts anders kann, als seine Projektionen widerzuspiegeln.

Täuschend echt
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Bereits im 18. Jahrhundert war die Begeisterung für Automaten gross. Legendär war der Schachroboter des österreichisch-ungarischen Hofbeamten und Mechanikers Wolfgang von Kempelen. Er präsentierte ihn 1770 der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Später sollte sich jedoch herausstellen, dass der Schachroboter keineswegs ein Automat war, sondern sich in ihm ein Mensch verbarg. Nichtsdestotrotz war die Maschine raffiniert konstruiert. Sie ist Zeugnis für die zeitgenössische Auseinandersetzung damit, was den Menschen von den Dingen unterscheidet.

 

Am kommenden Donnerstag, 6. November, ist Dr. Andreas Cremonini als Referent GastA bei Flying Science und dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für WirtschaftFHNW. Er stellt im Kontext von Mensch und Maschine die Frage nach “Echten Menschen”. Der Untertitel seines Beitrags lautet “Über Animations- und Deanimationseffekte im Alltag”. Anhand der TV-Serie “Real Humans” macht sich Andreas Cremonini Gedanken über die Schwierigkeiten, die wir im alltäglichen Umgang miteinander haben und was die Faszination, die von der Figur des Roboters ausgeht, damit zu tun haben könnte. Es wird um Zwischenmenschliches, Ängste, Wünsche und Unberechenbarkeiten gehen. Sie sind herzlich eingeladen!

Programmdetails und weitere Infos unter: www.flyingscience.ch

Quelle mittleres Bild: de.wikipedia.org

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