Power-Posing bestärkt und macht munter

Power-Pose Chef-Sessel als Auftakt für ein Auftrittstraining in einer Führungsschulung der Hochschule für Wirtschaft (FHNW)

Power-Posen – bestimmte für eine kurze Weile eingefrorene Körperhaltungen – wirken gegen Stress. Und sie vermitteln der Umgebung den Eindruck von Selbstbewusstsein, Stärke und Kontrolle. Das wiederum wirkt zurück auf die Power-Poserin und den Power-Poser: Sie fühlen sich gestärkt. Power-Posen helfen auch das Suppenkoma während einer Führungsschulung vor einem Auftrittstraining schnell und mit Spass zu überwinden.

Didaktische Funktion von Power-Posing im Auftrittstraining einer Führungsschulung

Auftrittstraining gehört zu vielen Aus- und Weiterbildungen. Die Fähigkeit, sicher und überzeugend aufzutreten, ist für fast alle Berufsleute wichtig und für Führungspersonen extrem wertvoll. Auftrittskomeptenz wird deshalb in vielen Studiengängen systematisch aufgebaut und praktiziert.

Studierende erleben Auftrittstrainings häufig als herausfordernd: Sie müssen sich exponieren, vor alle hinstellen, frei sprechen, Wirkung entfalten, Feedback und Ratschläge schlucken. Das alles gelingt nur mit guter inhaltlicher Vorbereitung, Vertrauen in die Gruppe und einem starken Selbstbewusstsein. Oft werden in Auftrittstrainings zuerst Theorie vermittelt, Inhalte vorbereitet und eine vertrauensvolle Umgebung geschaffen. Nach einer Pause oder dem Lunch geht es dann ans eigentliche Trainieren.

Das Suppenkoma vor einem Auftrittstraining lässt sich zum Glück besonders schnell und sinnvoll mit der Arbeit an Körperhaltungen überwinden. Denn: Sitzen oder stehen wir mit hängendem Kopf, gebeugt und geknickt da, dann fühlen wir uns nicht besonders stark. Das Umgekehrte gilt zum Glück auch: Konzentration auf die Körperhaltung beeinflusst die Gefühle. Wer sich also streckt, aufrichtet und die Hände in die Höhe reckt oder in die Hüften stemmt, fühlt sich schon nach zwei Minuten stärker und munter. Der sehenswerte Ted-Talk von Amy Cuddy erklärt, wie es genau funktioniert, zeigt und analysiert tolle Beispiele und untermauert mit beeindruckenden Forschungsergebnissen.

Sieger-Pose als Auftakt für ein Auftrittstraining in einer Führungsschulung

Ablauf des Power-Posings

Drei bekannte Beispiele für Power-Posen sind:

  •  Pose Wonder Woman oder Cowboy besteht darin, extrem breitbeinig zu stehen, auf-recht, mit erhobenem Kopf die Hände in die Hüften zu stützen oder die Daumen in die Gürtelschlaufen zu hängen.
  • Pose Victory besteht darin, breitbeinig zu stehen, aufrecht, mit erhobenem Kopf, zurück-gedrückten Schultern, die Arme und Hände in die Luft zu strecken, vielleicht auch das Victory-Zeichen zu machen.
  • Pose Chef-Sessel: mit den Füssen auf dem Tisch, im Sessel halb liegend, halb sitzend und die Hände hinter dem Kopf verschränken, Kopf leicht nach hinten.

Eine Pose wird idealerweise zwei Minuten gehalten. Das ist tatsächlich ziemlich lang, deshalb sollte die Trainerin, der Trainer auf die Uhr schauen und Go und Stopp verkünden. Neue Power-Posen (er)finden ist erlaubt.

Hilfsmittel für Power-Posing?

Für das Power-Posen braucht es abgesehen von einer Uhr für die Trainierin, den Trainer keine Hilfsmittel. Wer genug Zeit hat und das Thema vertiefen möchte, könnte den Ted-Talk (Laptop, Beamer, Leinwand) zeigen und mit den Studierenden Aspekte der Körpersprache thematisieren.
Autorin: Susan Göldi

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