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Das unscheinbare Häuschen

Ein Text von Jan Studer

Artachment | Es könnte Jubiläums sein
Hochbergerstrasse 160, 4057 Basel

Es ist keines dieser pompösen Museen, das täglich tausende von Besuchenden anlockt. Nein, dieses hier übt sich in zurückhaltender Eleganz. Das 8 Quadratmeter Häuschen, von dem ich spreche, befindet sich unscheinbar am Rande der Hochbergerstrasse 160, in Kleinhüningen. Findet gerade keine Ausstellung statt, gibt man dem kleinen Bau kaum Beachtung. Er steht dann nur so da und wartet darauf sein latentes Potenzial zum Vorschein zu bringen. Auch ich entdeckte es ganz zufällig beim Vorbeigehen. Das weiss bemalte, an einer Böschung stehende Häuschen war vor seiner gegenwärtigen Nutzung als Zollhaus im Dienste. 1944 wurde es erbaut, um ankommende Schiffsgüter zu verzollen und an den anliegenden Bahnverkehr zu übergeben. 2007 wurde es von Raphael Bottazzini zum Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst erweckt und hört auf den Namen «Artachment». Seither residierten ihn zahlreiche Künstler*innen.
So auch der Schweizer Künstler Roman Signer, der sich für die «Es könnte Jubiläum sein» Doppelausstellung vor zwei Jahren eine besondere Aktion ausgedacht hat. Auf die Frage hin, was er mit einem solch kleinen Raum machen würde, antwortete er: «Platz ist in der kleinsten Hütte. Für was? Zum Fliegen natürlich.» Er schnappte sich kurzerhand einen Quadrokopter, Pinsel, Schutzbrille, Farbe und begab sich damit in den leeren Ausstellungsraum. Nach seiner Flugeinlage hinterliess er den Raum mit einer Vielzahl von blauen Tupfen an der Decke und erzählte damit eine kleine Geschichte, die nun alle Besuchenden – wobei hier eher von Vorbeigehenden gesprochen werden muss – betrachtet werden konnte. Jede*r konnte für sich interpretieren was hier wohl vonstatten gegangen ist. Begleitet wurde die Ausstellung vom Künstlerduo «Thylacine» hinter dem Mischa Düblin und Fabian Unold stecken. Ihre Installation mit dem Namen «Schein» zeigte sich erst bei Dämmerung und befand sich nicht im Inneren, sondern im Aussenraum. Ein Scheinwerfer wurde an einem Baum neben dem Häuschen befestigt. Wie gewohnt würden wir die Beleuchtung des Häuschens vermuten, doch das Licht schoss scheinbar am Ziel vorbei. Mit dieser Geste beleuchtete ihre Installation einen Unort, eine Lücke und gibt damit vielleicht wieder einen Hinweis auf das Wesen nebenan. Das unscheinbare Häuschen.

Internetquellen:
https://www.artachment.com (15.05.2020)

Abbildungsverzeichnis:
Abb.1: https://www.artachment.com/info (15.05.2020)
Abb.2: https://www.artachment.com/platz-ist-in-der-kleinsten-huette (15.05.2020)
Abb.3: https://www.artachment.com/platz-ist-in-der-kleinsten-huette (15.05.2020)
Abb.4: https://www.artachment.com/platz-ist-in-der-kleinsten-huette (15.05.2020)
Abb.5: https://www.artachment.com/schein (15.05.2020)

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