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für alle*

Ein Text von Arathy Pathmanathan

„Producing Futures – An exhibition on Post-Cyber-Feminisms“ , 16.02. – 12.05.2019 Migrosmuseum für Gegenwartskunst in Zürich

Der anfänglich von dem Künstlerkollektiv VNS Matrix eingeführte Begriff Cyberfeminismus wurde als Bezeichnung einer feministischen Strömung benutzt, die sich in den 90er Jahren formierte. Die Technologie wurde als wichtiger Nutzen erachtet, um repressive binäre Strukturen aufzubrechen.1

Die Gruppenausstellung „Producing Futures – An exhibition on Post-Cyber-Feminisms“ im Migrosmuseum, die aus insgesamt 15 Werken von Post-Cyber-Feministinnen konstituiert ist, reflektiert die Beziehung zwischen Gender, Technik sowie Wissenschaft. Deutlich wird dabei, dass der Cyberspace nicht nur das subversive Potential birgt um Machtstrukturen aufzubrechen, sondern auch die Reproduktion hegemonialer Strukturen fördert.2

Auf insgesamt zwei Stockwerken wurden die Werke der Künstler*innen installiert. Die Besucher*innen verfügen über die alleinige Entscheidungsmacht, welche Arbeiten in welcher Reihenfolge sie betrachten möchte. Der Eingang ist bei allen aber derselbe: In einem spärlich beleuchteten Raum kennzeichnet die Arbeit von Anicka Yi den Auftakt der Ausstellung. Aufgeschlagene Quarantänezelte, in denen aus Hautabstrichen von Frauen ein kollektives Bakterium gezüchtet wird. Von da aus ist frei wählbar, ob man den Dystopie-Film von Wu Tsang, die postkoloniale Arbeit von Tabita Rezaire oder direkt die Treppe ins obere Stockwerk wählt, die zur (mit mehreren Exponaten ausgestatteten) Halle führt.

Eine skulpturale Aufbereitung der Exponate und künstlerische Erfahrungsräume bestimmen das Design. Das Ausstellungskonzept setzt auf die Integration von Raum, Körper und kognitive Beteiligung: Die Wände sind in die Arbeiten integriert und Sitz- und Verweilmöglichkeiten wie Teppiche, Sitze, Saccos und ein Gynäkologiestuhl werden angeboten.

Die Themen sind aber zusammenhangslos gegenübergestellt. In einer nachträglichen Recherche wurde die räumliche Inszenierung insofern nachvollziehbar, da sie vom SF-Modell („string figures“ oder „speculative feminism“) abgeleitet worden ist. Das lose Zusammenführen von unterschiedlichen Fakten, Ansätzen und Spekulation soll den Besuchern als Anstoss dienen, um Gedankenansätze weiterzuspinnen.3

Die Absicht des Migrosmuseums formuliert sich darin, Blickfelder durch Kunst und Wissensproduktionen zu eröffnen und eine Diskussion zu entfachen. Das Migrosmuseum weist darauf hin, dass Feminismus allebetrifft.4 Mit dieser Aussage verweist es aber gleichzeitig auf die eigentliche Schwachstelle der Ausstellung: Durch die thematische Zusammenwürflung ist es eher überfordernd anstatt herausfordernd. Die Ausstellung setzt Wissen voraus und bleibt somit den Kreisen erschlossen, die sich ohnehin mit dem Thema auseinandersetzen. Um eine Reibungsfläche resp. einen produktiven Diskurs zu eröffnen, wäre eine thematisch stringente Inszenierung sinnvoll gewesen, um Personen, die das heteronormative Paradigma vertreten, in die Diskussion miteinzubeziehen.

Quellenverzeichnis:

Ausstellungsdossier Producing Futures – An Exhibition on Post-Cyber-Feminisms https://de.wikipedia.org/wiki/Migros_Museum_f%C3%BCr_Gegenwartskunst, Zugriff: 08.05.2019

Abbildungsverzeichnis:

Abb.1-Abb.5: Arathy Pathmanathan, Fotodokumentation Migrosmuseum, 01.05.2019.

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