Alumni APS FHNW November 2016 People Kurzinterview mit Thomas Wyssenbach
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Kurzinterview mit Thomas Wyssenbach

erstellt von alumni-fhnw-psychologie_admin zuletzt verändert: 25.11.2016 12:25

Absolvent aus der Ausbildung

Infos zur PersonThomas.jpg

 

Name: Wyssenbach

Vorname: Thomas

Geburtstag: 12. April 1980

Zivilstand: verheiratet

Wohnort: 4600 Olten

 

 

Absolvierte Studiengänge an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW:

     

    Master of Science in Angewandter Psychologie (2014 bis 2016)

    Bachelor of Science in Angewandter Psychologie (2010 bis 2014)

 

Kurzlebenslauf

 

Aktuelle Tätigkeit:

 

Arbeitgeber: Hochschule für Angewandte Psychologie, Olten

Angestellt seit: September 2015

Tätigkeitsbeschreibung: seit 10/2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Mensch in komplexen Systemen (MikS; 80%); davor tätig als wissenschaftlicher Assistent (50%)

 

Frühere Tätigkeiten:

 

Zeitraum      

Arbeitgeber

Tätigkeit

03/2014 bis

12/2015

Georg Fischer Automotive, Schaffhausen

ab 03/2015 Assistent Innovation Management (40%); davor tätig als Praktikant Innovation Management (60%)

11/2013 bis 09/2010

Fasnacht AG, Worb

Managing Director; Leitung von Verkauf, Entwicklung & Kundendienst (60%)

02/2007 bis 08/2010

Motorradreise durch Europa, Afrika, Mittlerer Osten und Teile Asiens; mit Unterbrüchen als Tauchlehrer und Tauchbasen-Leiter; www.three-pairs-of-underwear.com

11/2000 bis 12/2006

Seewer AG; heute Rondo Burgdorf AG, Burgdorf

ab 01/2003 Leiter Technischer Service; davor Servicetechniker International

Ausbildung

 

Besuchte Schulen nach der Grundschule:

Zeitraum              

Schule / Lehre

Bemerkungen

2003 bis 2006

IBZ Bern; Dipl. Techniker HF; Elektrotechnik mit Vertiefung in Automation

 

1996 bis 2000

GIB Bern; Lehre als Elektroniker bei Fasnacht AG, Ittigen

 

1995 bis 1996

Spanish River High School, Boca Raton, Florida, US

Auslandsjahr

 

Interview

 

1.  Du hast nun deinen Abschluss sogar mit einer Preisauszeichnung (Eberhard-Ulich-Preis für die beste Masterarbeit) geschafft - wie fühlst du dich als Absolvent?

Erleichtert, dankbar und gleichzeitig gespannt auf das Kommende. Erleichtert vor allem deshalb, weil die doch sehr intensive Zeit vorüber ist und ich mich nun wieder stärker mit Bereichen ausserhalb des bearbeiteten Themenkreises beschäftigen kann. In der Zeit der Masterarbeit habe ich sehr viel gelernt, doch der Wert freier Sonntage ist nicht zu unterschätzen :-). Dankbar bin ich dafür, dass die Arbeit auf Interesse stösst und sie einen Beitrag zur weiteren Verbreitung von Computersimulationen in der Angewandten Psychologie leisten kann. Der digitale Wandel macht auch vor unserer Disziplin nicht halt; mit allen Chancen und Risiken. Wir erleben dies in den Rollen als Beobachtende, aktiv Mitwirkende oder als direkt Betroffene. Daher bin ich gespannt, was in diesem Zusammenhang alles auf uns zukommt.

 

2.  Wie bist du auf das Thema deiner Masterarbeit gekommen und was genau hat dich daran interessiert/begeistert?

Die Thematik erreichte mich auf Umwegen. Im Vorfeld befasste ich mich bereits mit einem anderen Themenfeld für meine Masterarbeit. Die Entscheidung für einen Themenwechsel Ende Herbst 2015 fiel mir nicht leicht. Schlussendlich waren insbesondere Argumente zur beruflichen Fokussierung und die Nutzung der Synergien von Arbeit und Masterarbeit ausschlaggebend. Wenige Monate davor begann ich meine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent im Team von Adrian Schwaninger zur Unterstützung im Bereich Luftsicherheit. Die Thematik der nun umgesetzten Masterarbeit emergierte aus dieser Tätigkeit, Gesprächen im Team, dem Abzeichnen der technischen Möglichkeiten und dem Bedarf der Bearbeitung dieser Fragestellung in der Praxis. Das Spannende für mich war die dadurch ermöglichte Symbiose meines technischen Hintergrundes und dem gelernten psychologischen Wissens. 3D-Computersimulationen sind meines Erachtens ein aussagekräftiges Werkzeug, um soziotechnische Systeme realitätsnah darzustellen und damit kostengünstig unterschiedliche modifizierte Szenarien zu evaluieren.

 

3.  Welche Unternehmen/Organisationen können für sich welche Information/welchen Nutzen aus deiner Arbeit herausziehen?

Die Masterarbeit umfasst verschiedene Anwendungsbereiche: In der Praxis von Luftsicherheitskontrollen hielt sich die Befürchtung, dass bei der Einführung von risikobasierten Kontrollen (unterschiedliche Kontrollprozesse in Abhängigkeit einer individuellen Risikoeinstufung) insbesondere die Effizienz (bspw. Durchsatz, Fluggastdichte, Prozesszeit) einbrechen könnte. Eine zentrale Aussage der umgesetzten Simulationsstudie ist, dass die Einführung von risikobasierten Kontrollen je nach Umsetzungsszenario nicht a priori negative Auswirkungen auf die Effizienz haben muss. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass durch die Veränderungen motivationspsychologische Aspekte sowie die Sicherheitsleistung verbessert werden.

Für die angewandte Forschung und für potenzielle Folgestudien konnte eine Herangehensweise aufgezeigt werden, wie von einem realen soziotechnischen System auf ein mehrstufig validiertes virtuelles Simulationsmodell geschlossen werden kann. Der in der Masterarbeit angewendete Methodenmix (Dokumentenanalyse, Beobachtungsinterviews, Videoanalysen, Regressionen) basiert weitgehend auf im Studium gelernten qualitativen und quantitativen Verfahren und erwies sich auch für Computersimulationen als geeignet.

 

4.  Welche fachlichen, aber auch persönlichen Erkenntnisse nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Die Abgabe der Masterarbeit bildete für mich den Abschluss einer sechsjährigen berufsbegleitenden Ausbildung in Angewandter Psychologie an der FHNW. Dabei habe ich bspw. die Anwendung von wissenschaftlichen Methoden und Werkzeugen für praktische Fragestellungen kennen und schätzen gelernt. Die Diversität der angebotenen Module der Hochschule für Angewandte Psychologie ermöglicht zudem ein Kennenlernen von hochaktuellen Themen aus verschiedensten Themenbereichen. Nebst der Rolle im Beruf erlaubt das Teilzeitstudierenden-Dasein "einen Raum fürs Denken", wie es eine Kommilitonin passend ausgedrückt hat. Im Weiteren erlebte ich die Möglichkeit zum Besuch zusätzlicher Module an weiteren Hochschulen (wie ETHZ, UZH, ZHAW, Auslandssemester) als inspirierend und horizonterweiternd. Der Austausch mit Dozierenden und Mitstudierenden mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und aus verschiedenen Disziplinen ermöglichte ein Reflektieren der eigenen Perspektiven und des eigenen Handelns. Unsere Wahrnehmung der Dinge ist oftmals sehr subjektiv und stark geprägt vom jeweiligen Umfeld. Erst ein Ausbrechen aus dem Gewohnten erlaubt Neues zu entdecken.

 

5a. Wie sehen deine unmittelbaren Zukunftspläne aus?

Vom Beginn dieses Jahres bis zur Abgabe der Arbeit im Sommer kam das Pflegen der sozialen Kontakte etwas zu kurz; entsprechend geniesse ich das Zusammensein mit meiner Frau, Familie und Freunden. Dabei sollen auch Reisen und das Motorradfahren nicht zu kurz kommen. Beruflich arbeite ich mich zurzeit in verschiedenen securitybezogenen Projekten ein und erweitere das bestehende Simulationsmodell für Luftsicherheitskontrollen. Mit anderen Technikbegeisterten im Team werden auch verschiedene innovative Ideen mit Simulations- und Virtual Reality-Anwendungen für die Forschung und Praxis skizziert.

Für die mittelfristige Planung eruiere ich Möglichkeiten für eine Promotion mit dem FH-Abschluss.

 

5b. Wo möchtest du in fünf Jahren stehen?

Fernab von der Zivilisation, an einem rauschenden Bach, beim Lachsfischen in der Wildnis. Spass beiseite: fünf Jahre sind eine lange Zeit und für mich scheinen sich kürzere Planungshorizonte besser zu bewähren. Dennoch: aus heutiger Sicht könnte ich mir gut vorstellen, bis dahin mein PhD abgeschlossen zu haben und in einem abwechslungsreichen Mix aus Praxis, Forschung und ggf. mit einem kleinen Pensum in der Lehre tätig zu sein.

 

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News

 

Zur Website der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz.

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