Alumni APS FHNW Mai 2017 Alma Nachhaltiger Konsum - ein Widerspruch?
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Nachhaltiger Konsum - ein Widerspruch?

erstellt von alumni-fhnw-psychologie_admin zuletzt verändert: 09.05.2017 14:59

Das Konsumverhalten der Schweizerinnen und Schweizer und die Entwicklung umweltverträglicher Angebote standen im Mittelpunkt des Forums Wirtschaftspsychologie 2016.

Der nachhaltigste Konsum ist der, der gar nicht erst stattfindet. Dies ist eins der unbequemeren Resümees des Forums Wirtschaftspsychologie, das am 30. November 2016 im Stadttheater Olten stattfand. Eingeladen zur Diskussion über nachhaltiges Konsumverhalten hatte die Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW.

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(v.l.) Dr. Felix Frei, Moderation; Aurel Hosennen, IKEA; Cornelia Diethelm, Migros; Dr. Peter de Haan, Ernst Basler+Partner AG; Dr. Anne Herrmann, FHNW.

Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten

In ihrem Eingangsreferat erläuterte Dr. Anne Herrmann, Dozentin für Wirtschaftspsychologie an der FHNW, dass nachhaltige Produkte vor allem eins sein müssen, um erfolgreich zu sein: überzeugend und attraktiv.

Generell könnten sich Unternehmen nicht darauf verlassen, dass umweltbewusste Konsumentinnen und Konsumenten auch umweltverträgliche Produkte kaufen. Zu gross sei oft der Unterschied zwischen Anspruch und realem Verhalten. Das liegt auch an den Barrieren, die die Käuferinnen und Käufer davon abhielten, eine Kaufentscheidung im Sinne der Nachhaltigkeit zu fällen. Seien es die Kosten, die Zugänglichkeit oder schlicht Bequemlichkeit.

Mit Wirtschaftspsychologie die Barrieren aus dem Weg räumen

"Wirtschaftspsychologie kann das Verhalten von Konsumentinnen und Konsumenten erklären und bietet damit Unternehmen die Möglichkeit, Barrieren schon während der Angebotsentwicklung zu reduzieren", sagte Anne Herrmann in der Podiumsdiskussion. Dies könne beispielsweise bedeuteten, ein Produkt, das umweltfreundlich produziert wurde, mit anderen Argumenten zu vermarkten.

Ein Beispiel dafür sei der Öffentliche Verkehr, den man als umweltschonende Alternative zum Autofahren vermarkten könnte. Stattdessen werbe zum Beispiel der Zürcher Verkehrsverbund auf Plakaten damit, dass das Fahren mit dem ÖV die Parkplatzsuche und die Kosten für ein teures Parkhausticket erspare. Er stelle damit die persönlich erlebbaren Vorteile in den Mittelpunkt und nicht den Umweltschutz.

Förderung von Nachhaltigkeit bei Migros und IKEA

Dass grosse Unternehmen inzwischen weitreichend darüber nachdenken, wie sie ihre Produktion und ihre Lieferkette nachhaltiger gestalten können, wurde an der Podiumsdiskussion deutlich. So hat beispielsweise IKEA inzwischen komplett auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt, erklärte Aurel Hosennen, Leiter Kommunikation von IKEA. Cornelia Diethelm, Leiterin Direktion Nachhaltigkeit, Migros, verwies darauf, dass die Migros nur noch nachhaltig gefangenen Fisch verkaufe, um die Meeresressourcen zu schonen. Beide Unternehmen haben zum Ziel, auch in ihren anderen Prozessen nachhaltiger zu werden.

Tipp für das eigene Verhalten

Dennoch seien diese positiven Beispiele kein Grund sich auszuruhen, sagte Dr. Peter de Haan, Experte für Energieverbrauch und Energiepolitik bei Ernst Basler und Partner. Er empfahl allen Anwesenden im nächsten Jahr den eigenen Konsum zu beobachten und möglichst zu verändern. "Versuchen Sie drei Prozent Strom oder Wasser einzusparen". Dies sei schon ein erster Schritt, die Ressourcen zu schonen.

Forum 2017

Der Austausch zwischen Hochschulforschung und Unternehmenspraxis steht im Zentrum des Forums Wirtschaftspsychologie. Das Forum wird jährlich von der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW und der Alumni-Organisation der Hochschule organisiert und wurde in diesem Jahr zum siebten Mal veranstaltet. Das nächste Forum findet am Mittwoch, 22. November 2017 zum Umgang mit Konflikten in der Arbeitswelt statt.

 

Weitere Informationen:

Forum Wirtschaftspsychologie

 

Kontakt:

Dr. Anne Herrmann, anne.herrmann@fhnw.ch

 

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