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Startseite / Partnerschulen / Entwicklung professionellen Handelns in der Ausbildung von Lehrpersonen: Interventionsstudie «Partnerschulen für Professionsentwicklung»
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Entwicklung professionellen Handelns in der Ausbildung von Lehrpersonen: Interventionsstudie «Partnerschulen für Professionsentwicklung»

Projekt:

Die Entwicklung professioneller Handlungsfähigkeit ist eine Kernaufgabe der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Aufgrund jüngster Veränderungen im Schulfeld ist das Anforderungsprofil an zukünftige Lehrpersonen anspruchsvoller geworden; es umfasst auch Fähigkeiten für den Erwerb und Nutzung von verschiedenen Wissensbeständen, in der Kooperation mit verschiedenen Akteuren und in der Orientierung am Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler. Von der Lehrerinnen- und Lehrerbildung werden Antworten auf diese Anforderungen erwartet, doch im deutschsprachigen Raum sind dazu noch keine Konzepte kohärent umgesetzt. Deshalb sind innovative und erprobte Ansätze nötig, um die eingeforderten Kompetenzen und Einstellungen entscheidend zu fördern.

Dem Forschungsprojekt geht der Aufbau von Partnerschulen durch die Pädagogischen Hochschulen FHNW und SG voraus. Damit wird ein Raum kooperativen Lernens geschaffen, in dem Studierende und Lehrpersonen gemeinsam ihr professionelles Handeln weiterentwickeln. Das Forschungsvorhaben untersucht dann, inwieweit 1. die Wissensnutzung, 2. die Kooperation in professionellen Arbeits- und Lerngemeinschaften sowie 3. die Schülererfolgsorientierung der Studierenden zunehmen. Parallel dazu werden die Wirkungen des Konzepts im Schulfeld untersucht. Die Stichprobe umfasst rund 100 Studierende in sieben Sekundarschulen (Nordwestschweiz) sowie fünf Primarschulen (Kanton St. Gallen).

Die Untersuchung erfolgt mittels Befragungen und Interviews sowie durch Unterrichtsbeobachtungen. Ergebnisse werden kontinuierlich an die Akteure zurückgemeldet.

Ergebnisse:

Hauptergebnisse der Interventionsstudie auf der Sek 1 (Vergleich von Experimentalgruppe und Kontrollgruppe) nach Fragestellungen:

  • Makro- u. Mikrokooperation: Studierende der Partnerschulen kooperieren stärker als die der Kontrollgruppe.
  • Wissensnutzung: Im Hinblick auf die Wissensintegration konnten wir keine Unterschiede zwischen den Studierenden der Experimental- und der Kontrollgruppe feststellen.
  • Schülererfolgsorientierung: Im Hinblick auf die Schülererfolgsorientierung konnten wir keine Unterschiede zwischen den Studierenden der Experimental- und der Kontrollgruppe feststellen.
  • Unterrichtsqualität:  Im Hinblick auf die Schülererfolgsorientierung konnten wir weder zeitliche Effekte innerhalb der Gruppen, noch Unterschiede zwischen den Studierenden der Experimental- und der Kontrollgruppe feststellen. Im Hinblick auf die Unterrichtsqualität und die Kooperation im Mikro-Bereich konnten wir in einigen Dimensionen signifikante Zusammenhänge feststellen: Die Unterrichtsqualität ist höher bei verstärkter Kooperation.
  • Implementierung: Die Gruppendiskussionen bestätigen, dass die Implementierung zufriedenstellend funktioniert hat.

 

Analyse der Praxislehrpersonen-Interviews mit dokumentarischer Methode: Wir haben eine Typologie von Handlungsmustern von Praxislehrpersonen entwickelt, die zeigt, wie Praxislehrpersonen auf die Anforderung reagieren, die Kooperation mit Studierenden zu intensivieren. Der Typologie lässt sich u. a. entnehmen, dass eine intensivierte Kooperation (Umsetzung von Co-Planning und Co-Teaching) auch der Professionsentwicklung der Praxislehrpersonen zuträglich sein kann. Je intensiver die Lehrpersonen mit den Studierenden in der Bearbeitung von Problemen als Peers interagieren, desto eher können sie von der Zusammenarbeit mit den Studierenden profitieren und desto eher gelingt es ihnen, ihr eigenes Handeln in Schule und Unterricht weiterzuentwickeln.


Publikationen:

  • Fraefel, U., Bernhardsson-Laros, N. & Bäuerlein, K. (2017). Partnerschulen als Ort der Professionalisierung angehender Lehrpersonen. Konzept, Implementierung, forschungsbasierte Weiterentwicklung und generelle Einführung im Bildungsraum Nordwestschweiz. In U. Fraefel & A. Seel (Hg.), Schulpraktische Professionalisierung: Konzeptionelle Perspektiven. Münster: Waxmann.
  • Fraefel, U., Bernhardsson-Laros, N. & Bäuerlein, K. (2016). Partnerschaftliches Problemlösen angehender Lehrpersonen im Schulfeld: Von der didaktisierten Problemorientierung zum erfolgreichen Bewältigen realer Probleme. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 11 (3), 189-209.

 

 

Projektleitung: Urban Fraefel

Beteiligte Hochschulen: PH FHNW (Leading House), PHSG

Laufzeit: 2013-2016

Auftraggeber: SNF