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Mit STIX zur Sonne


erstellt von F zuletzt verändert: 08.11.2012 09:21 FHNW Newsletter Technik

Mit dem Projekt STIX – Spectrometer Telescope for Imaging X-rays - will die FHNW hoch hinaus: Das Röntgenteleskop wird unter Leitung von Prof. Dr. Säm Krucker entwickelt und fliegt im Januar 2017 auf der ESA-Raumsonde Solar Orbiter zur Sonne. Damit wird die FHNW zum schweizweit führenden Zentrum der Heliophysik, der Erforschung der Sonne und deren Umgebung.

Die ESA (European Space Agency) hat im Oktober 2011 Solar Orbiter als nächste wissenschaftliche Hauptmission ausgewählt. Auf dieser Raumsonde wird das Röntgenteleskop STIX ins All mitfliegen. Es wird an der FHNW unter Leitung von Prof. Dr. Säm Krucker von einem internationalen Forscherteam entwickelt und gebaut. Der Entscheid der ESA für Solar Orbiter und für STIX ist für die FHNW ein Riesenerfolg. Dem Projektstart ist eine lange Aufbau- und Entwicklungsarbeit vorausgegangen.

STIX Team

Das Projektteam mit einem STIX-Modell (v.l.): Dr. Gordon Hurford, Prof. Dr. Säm Krucker, Projektleiter STIX, und Nicolas Arnold

Neue Professur in angewandter Heliophysik

Im Juli 2011 hat die FHNW den Lehrstuhl in angewandter Heliophysik geschaffen, der die Antworten auf die Fragen, wie Sonneneruptionen entstehen, untersucht. Damit erreicht man die Vertiefung der Aktivitäten des Instituts für 4D-Technologien auf dem Gebiet der Informatik für die Heliophysik. Für diese Professur konnte die FHNW Prof. Dr. Säm Krucker gewinnen. Nach Studium und Promotion an der ETH Zürich hat der heute 44-Jährige während 14 Jahren an der University of California in Berkeley am Space Sciences Laboratory geforscht.

Forschungsschwerpunkt Heliophysik nur an der FHNW

“Die Idee zu STIX entstand in Berkeley und basiert auf unserer Erfahrung mit RHESSI, einem Vorgängerprojekt des Paul Scherrer Instituts in Villigen, der NASA und der Universität Berkeley. Wegen den Sparmassnahmen der USA in der Weltraumforschung entschieden wir uns, das Röntgenteleskop in der Schweiz zu realisieren. STIX ist für die FHNW eine einmalige Chance, sich als schweizweit führendes Forschungszentrum für Heliophysik zu etablieren“, meint Säm Krucker. Voraussichtlich im Januar 2017 startet Solar Orbiter mit STIX seine Reise zur Sonne. Der Satellit wird sich bis auf einen Viertel der Erd-Sonne-Distanz der Sonne nähern. „Dies erlaubt uns Beobachtungen der Sonne mit noch nie da gewesener Schärfe sowie das Messen des Sonnenwinds und der geladenen Teilchen nahe bei deren Entstehungsort.“

Interdisziplinäres und internationales Forschungsteam

Der Bau des Röntgenteleskops, die Software-Entwicklung und die Auswertung der Daten, welche STIX aus dem All zurücksendet, werden mit einem interdisziplinären Forscherteam realisiert. Nebst dem PSI arbeiten an der FHNW die Institute für 4D-Technologien, für Mikroelektronik und für Produkt- und Produktionsengineering eng zusammen. Weitere Beiträge kommen aus Polen, der Tschechischen Republik, Deutschland und Frankreich.

STIX Modell

Das STIX-Röntgenteleskop, bestehend aus dem 'imager' (links) und dem Detektormodul (rechts). Der 'imager' kann als Linse verstanden werden. Das Detektormodul beinhaltet sowohl die Röntgendetektoren als auch den Computer, der das Teleskop steuert. Bild: FHNW

Hightech-Komponenten von Schweizer Unternehmen

Für den Schweizer Beitrag an STIX sind rund 14 Mio. Euro budgetiert. Säm Krucker betont, dass die Hälfte des Gesamtbudgets für Hightech-Komponenten an Schweizer Firmen vergeben wird: „Über das PRODEX-Programm zur Finanzierung der Entwicklung von wissenschaftlichen Instrumenten profitieren zahlreiche Schweizer Unternehmen.“  

Am Puls der Weltraumforschung

„Schon früh übten Astronomie und Raumfahrt eine starke Anziehungskraft auf mich aus. Heute ist meine Faszination für Naturwissenschaften mein Beruf, was ich als grosses Privileg empfinde“, erklärt Säm Krucker. Auch nach dem Antritt seiner Professur an der FHNW pflegt der passionierte Astrophysiker den intensiven Austausch mit den Wissenschaftlern der Universität Berkeley und der NASA, insbesondere für die Entwicklung der nächsten Generation von Röntgenteleskopen.

Treffpunkt Cape Canaveral

Läuft alles nach Plan, werden Säm Krucker und sein Team im Januar 2017 den Start von Solar Orbiter ins All von Cape Canaveral aus mitverfolgen. Doch erst wird an der FHNW der nächste Meilenstein angepeilt: Im Januar 2015 wird das fertige Instrument der ESA abgeliefert, anschliessend beginnen die Vorbereitungen für die  wissenschaftliche Datenauswertung.

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