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Mit dem Solar Energy Racer durch Australien


erstellt von A zuletzt verändert: 08.11.2012 08:25 FHNW Newsletter Technik
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Seine Bachelor-Arbeit in der Systemtechnik führte Mathias Jordi nach Australien. Im Auftrag des Mitarbeitendenteams der Bühler AG konstruierte er eine Strategie-Applikation für das in der Schweiz hergestellte Solarmobil SER1. Mit dem Bühler-Team nahm er am internationalen Solarmobilrennen World Solar Challenge von Darwin nach Adelaide teil - ein unvergessliches Abenteuer.

Über ein Jahr arbeiteten 30 Mitarbeitende der Firma Bühler AG in Uzwil an ihrem Freizeitprojekt, dem Solarmobil SER1. Ihr Ziel war die Teilnahme am Rennen „Veolia World Solar Challenge“, das vom 16. bis 22. Oktober 2011 quer durch Australien führte, über 3000 km von Darwin nach Adelaide. Das Hightech-Fahrzeug sollte nur mit Solarenergie und der Energie des Akkus laufen und wurde vom Bühler Solar Energy Racer (SER) Team mit mehreren Partnern entwickelt und gebaut.

SolarRacer

Boxen-Stopp im Outback: Bei technischen Problemen war die Unterstützung des ganzen Teams gefragt. Wegen wechselnden Wetter- und Strassenverhältnissen musste die Fahrstrategie immer wieder neu bestimmt werden. (Ganz rechts mit oranger Mütze: Mathias Jordi. Bild: Bühler AG)

Mit cleverer Fahrstrategie schneller zum Ziel

Um eine geeignete Fahrstrategie zu entwickeln, erteilte das SER-Team Mathias Jordi, damals Student im 6. Semester Systemtechnik, den Auftrag, im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit eine Strategie-Applikation in LabView zur Berechnung des optimalen Geschwindigkeits- oder Antriebsleistungsprofils zu implementieren. Damit wollte man auf Begebenheiten wie Wind und Sonneneinstrahlung reagieren und aufgrund des Akkuzustands jederzeit die optimale Geschwindigkeit oder Leistung berechnen.

Reiseziel Down Under

Für Mathias Jordi war klar: „Diese Chance musste ich packen, denn ich wollte das Bühler SER Team beim World Solar Challenge begleiten! Auch das Unternehmen war an meiner Teilnahme  interessiert und unterstützte mich mit einem Reisebeitrag.“ Im Juli übergab er seine Arbeit dem Bühler SER-Team und schloss sein Ingenieur-Studium in Systemtechnik an der FHNW erfolgreich ab.

Am 10. Oktober startete Mathias Jordi in Adelaide mit drei Personen des Bühler-Teams zur dreitägigen Streckenabklärung von Süden nach Norden: Sie prüften Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten während des Rennens sowie Strassen- und Windverhältnisse. Inzwischen war in Darwin das Solarfahrzeug nach dem Transport aus der Schweiz erfolgreich zusammengesetzt und die technische Abnahme durch den Veranstalter bewältigt. Der Team-Convoy mit mehreren Fahrzeugen – und allen Ersatzteilen! –  war bereit fürs Rennen.

Buschbrände und schlechtes Wetter

Mathias Jordi: „Am 16. Oktober konnte es endlich losgehen! 37 internationale Teams waren am Start, die meisten hatten schon Rennerfahrung und damit einen grossen Vorteil gegenüber dem noch unerfahrenen SER-Team.“

Das Rennen stellte das 18-köpfige Team und die drei Fahrerinnen – sie wechselten sich im engen Gefährt ab – vor grosse Herausforderungen. Die geplante Durchschnittsgeschwindigkeit von 68 km/h konnte leider nicht eingehalten werden. Mathias Jordi fuhr im ‚Wetterfahrzeug‘ voraus und gab aktuelle Daten zu Wetter und Strassenzustand ans Team weiter: „Nebst technischen Problemen verzögerten starker Wind und Buschbrände und damit geringere Sonneneinstrahlung die Fahrt!“

And the Best Newcomer is …

Allen Widrigkeiten zum Trotz: Das Schweizer Solarfahrzeug fuhr in Adelaide ein und erreichte den tollen 16. Rang. An der Siegerehrung durfte das Team den „Best Newcomer Award“ entgegennehmen und in der technischen Production Class belegte es den 3. Platz – ein grosser Erfolg und Grund für eine ausgelassene Feier mit den anderen Fahrteams aus der ganzen Welt!

Racer_Adelaide

Die Zieleinfahrt in Adelaide, vom Applaus der Zuschauer und der anderen Rennteams begleitet. 

Das "World Solar Challenge" Rennen war für Mathias Jordi eine unvergessliche Erfahrung: „Jeder Tag brachte eine neue Herausforderung und hat uns als Team total zusammen geschweisst!“

Und wie geht’s bei den den Solar Energy Racern weiter? Dazu Manuela Bruder, Leiterin des SER-Teams: „Wir prüfen verschiedene Varianten und diskutieren die Voraussetzungen für eine mögliche Teilnahme am Rennen 2013. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen - die Entscheidung über den Bau eines weiteren Fahrzeugs und einer erneuten Teilnahme fällt in den nächsten Wochen!"

Kontakt und weitere Informationen

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