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Workshop 4

Professionalität in der Niederschwelligkeit - Eine zu wenig genutzte Chance?

Manuela Jeker, Co-Leiterin Schwarzer Peter, Basel
Giulietta Grüninger-Naef, Vorstand Schwarzer Peter, Basel
Prof. Carlo Fabian, Dozent, Institut Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Niederschwellige Arbeit ist in vielen Bereichen der Sozialen Arbeit ein wichtiges Prinzip. Niederschwelligkeit entspricht dem lebensweltorientierten Ansatz der Sozialen Arbeit und bedeutet im Wesentlichen, dass man den Menschen im Medium seines Erlebten wahrnimmt und mit ihm gemeinsam seine freiwillig eingebrachten Themen anschaut und bestenfalls bearbeitet. Das Ziel ist dabei oftmals die Koppelung an ein höherschwelliges Angebot.

Im Arbeitskonzept des Vereins für Gassenarbeit Schwarzer Peter ist die Niederschwelligkeit fest verankert: «Die Gassenarbeiter und Gassenarbeiterinnen bieten ihre Angebote möglichst niederschwellig an. Durch ihre Präsenz vor Ort und die thematisch nicht eingeschränkten offenen Sprechstunden ist es ihnen möglich, Personen zu erreichen, die von den übrigen sozialen Angeboten nicht erreicht werden.»
Die niederschwellige Arbeit bietet viele Chancen, sie stellt einem jedoch auch vor Herausforderungen. Abzuwarten und für jene Klienten und Klientinnen ansprechbar zu bleiben, welche sich aus eigener Motivation Hilfe suchen möchten, um etwas an ihrer Situation zu verändern. Oftmals kann nur ein punktuelles Arbeitsbündnis hergestellt werden. Trotz allem werden also auf diese Weise Menschen erreicht, welche ansonsten nicht mehr adressiert werden können. Es geht vor allem darum, Menschen wieder Möglichkeiten und Zugang zum Helfersystem aufzuzeigen: Vertrauensbildung.
Niederschwelligkeit muss sich in der professionellen Sozialen Arbeit klar positionieren und gegenüber höherschwelligen Institutionen und karitativer Arbeit abgrenzen.

Im Workshop wird kurz auf den Begriff Niederschwelligkeit und dessen Umsetzung beim Schwarzen Peter eingegangen. Schliesslich soll der Frage nachgegangen werden, was die Praxis (die verschiedenen Praxen) und die Hochschule (Theorie und Forschung) voneinander lernen können, um das Prinzip der Niederschwelligkeit sowohl theoretisch als auch in der Praxis besser zu fundieren. Eine weitere Frage kann sein, ob und wie Niederschwelligkeit in der Lehre an der FH ein Thema ist resp. in welchen Kontexten es eingebracht werden kann und soll.